Austropapier begrüßt Fortschritte beim Emissionshandel

Kritik an Ökostrom-Regelungen - Dworak: "Maßnahmen zur Erreichung von Klima- und Ökostromzielen müssen besser aufeinander abgestimmt werden"

Wien (PWK895) - Die österreichische Papierindustrie begrüßt grundsätzlich die Einigung des EU-Umweltministerrats über die geplante Emissionshandelsrichtlinie. Wenn der EU-interne Emissionshandel bereits 2005 starten soll, dann brauchen die Unternehmen allerdings möglichst rasch Rechtssicherheit.

"Wir müssen möglichst bald wissen, wie das System funktionieren wird, und welche Vorgaben damit verbunden sein werden. Anlagenerweiterungen im Inland sowie auch Neuinvestitionen im Ausland werden nicht zuletzt auch nach Möglichkeiten zur CO2-Reduktion und dem dafür erforderlichen finanziellen Aufwand beurteilt werden. Der Emissionshandel kann, wenn er geschickt umgesetzt wird, zu einer flexiblen und kosteneffizienten Kyoto-Zielerreichung beitragen. Er darf aber nicht zu Produktionsbeschränkungen in Österreich und Wettbewerbsnachteilen gegenüber anderen EU-Staaten und Nicht-Kyoto-Ländern führen", fasst Oliver Dworak, umwelt- und energiepolitischer Experte bei Austropapier, der Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie, die aktuelle Diskussion in der Branche gegenüber PWK zusammen.

Wie gründlich sich die Papierindustrie auf die kommenden Herausforderungen vorbereitet, zeigen, so Dworak, folgende zwei Projekte:

Auf internationaler Ebene wurden von CEPI, dem europäischen Verband der Papierindustrie, in Zusammenarbeit mit den Branchenverbänden aus USA, Kanada, Japan, Südafrika, Australien und anderen Ländern, detaillierte Richtlinien für die Erhebung von Treibhausgasemissionen aus Papierfabriken erarbeitet. Diese Berechnungen, die mit den Greenhousegas Protocolls des World Resources Institute und des World Business Council for Sustainable Development übereinstimmen, sollen auch die methodische Grundlage für die Emissionsberichte der Papierindustrie im Rahmen des Emissionshandels bilden.

In der österreichischen Papierindustrie läuft weiters eine großangelegte, von der Energieverwertungsagentur und Allplan durchgeführte branchenweite Erhebung über Energie- und CO2-Daten der einzelnen Standorte, mögliche zusätzliche Energieeffizienzpotentiale und Emissionsvermeidungsmaßnahmen sowie deren Kosten-Nutzen-Vergleiche.

"Wir wollen, dass die enormen Vorleistungen der Betriebe zur Steigerung der Energieeffizienz und damit zur Senkung der spezifischen CO2-Emissionen bei der Zuteilung der Berechtigungen für den Emissionshandel als 'early action' anerkannt werden. Gleichzeitig müssen sich Reduktionsvorgaben an klar nachvollziehbaren Benchmarks orientieren. Nur dadurch kann sichergestellt werden, dass österreichische Unternehmen, die im Branchenvergleich hinsichtlich Energieeffizienz in der Weltspitze liegen, nicht durch das hohe nationale Kyoto-Ziel von -13% benachteiligt werden" fordert Dworak und lobt in diesem Zusammenhang auch die bisherige gute Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium: "Diese schwierigen Anforderungen können wir nur gemeinsam erfüllen. Auch der Umweltminister weiß, dass aktive Klimapolitik und wirtschaftliche Entwicklung einander nicht ausschließen dürfen."

Um positive Signale an die Betriebe zu senden und Rechtssicherheit für neue Investitionen zu geben, sei es dringend erforderlich, die Rahmenbedingungen sinnvoll aufeinander abzustimmen. "Die aktuelle Diskussion zum Ökostromgesetz und zu den Einspeisetarifen für Strom aus Kleinwasserkraft-Anlagen und erneuerbarer Energie zeigt aber leider das Gegenteil. Die Chance, mit einem Schlag klimapolitische und Ökostrom-Ziele zu erreichen, wird zu Lasten der Unternehmen verjuxt. Hohe Einspeisetarife für Strom aus Biomasse und die Ausgrenzung industrieller Anlagen sorgen für großen Unmut und Unverständnis in der Papierindustrie. Man belastet die Industrie mit hohen Ökostrom-Zuschlägen, statt die vorhandenen Biomasse-Potenziale in hocheffizienten Industrieanlagen auszunutzen, die eine CO2-Reduktion von über 2 Millionen Tonnen bringen würden. Wir fordern die Politiker zum Gespräch auf", so Dworak abschließend. (hp)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Austropapier
Theresa Bernhart
Tel.: (++43-1) 58886 - 256

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0006