ÖH kritisiert Verordnung zur Vorlage eines Gesundheitszeugnisses

Massive Schäden für studentische Austauschprogramme erwartet

Wien (OTS) - Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) kritisiert die heute von Sozialminister Haupt erlassene Verordnung, wonach AusländerInnen, die sich länger als sechs Monate in Österreich aufhalten, ein umfangreiches Gesundheitszeugnis vorweisen müssen. Die entsprechenden Untersuchungen können bis zu 500 Euro kosten und sind zum überwiegenden Teil aus medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar. Die ÖH erwartet aufgrund der Verordnung massive Auswirkungen auf studentische Austauschprogramme.

"Sogar für einen medizinischen Laien ist es nachvollziehbar, dass die Erstellung des Gesundheitszeugnisses in dieser Form eine sinnlose Schikane ist", so ÖH-Vorsitzende Andrea Mautz. "Es passt nicht zusammen, dass die Erstellung des Zeugnisses 90 Tage dauern kann, einige der darin ermittelten Krankheiten jedoch eine Inkubationszeit von nur wenigen Tagen haben." Zusammenhängend mit den von ausländischen Studierenden zu entrichtenden doppelten Studiengebühren erkennt Mautz außerdem in den Kosten einer derartigen Untersuchung eine weitere Hürde für AusländerInnen, die in Österreich studieren wollen.

Die zweite Frau im ÖH-Vorsitzteam, Anita Weinberger, sieht als Folge der Verordnung die universitären Austauschprogramme gefährdet:
"Diese Verordnung wird zweifellos dazu führen, dass weniger Ausländerinnen und Ausländer die angebotenen Austauschprogramme wahrnehmen. Es besteht die Gefahr, dass als Folge die dafür zur Verfügung stehenden Kontingente gekürzt werden. Dadurch werden auch weniger österreichische Studierende die Möglichkeit haben, in anderen Ländern studieren zu können." Bereits vergangene Woche haben universitäre Austauschorganisationen auf diese Folgen hingewiesen. Ihre Einwürfe blieben jedoch unberücksichtigt.

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