Gehaltsschemareform für Banken rückt in greifbare Nähe

Modellentwicklung für neues KV-Leitsystem startet ab Jänner 2003

Wien (GPA/WKÖ). In einem heute Vormittag abgehaltenen Gipfelgespräch zwischen der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) und Spitzenvertretern der fünf Bankenverbände konnte Einigung darüber erzielt werden, gemeinsam eine Reform des Gehaltsschemas für Bankangestellte zu erarbeiten. Diese Reform würde für mehr als 70.000 Bankangestellte in Österreich gelten und wäre die erste allgemeine und verbandsübergreifende Neuregelung seit den frühen Siebzigerjahren.++++

Die Eckpunkte der heute zur Diskussion gestandenen Reform wurden bereits im Vorfeld definiert und umfassen die Bereiche neuer und moderner Schemagruppen und Berufsbilder, eine stärkere Betonung leistungsorientierter Gehaltsbestandteile sowie die Neugestaltung des Vorrückungssystems. Themen der Reform sind weiters die Frage der arbeitsplatzunabhängigen Zulagen sowie die Modalitäten beim Übergang in ein neues System. Darüber hinaus soll der Personalentwicklung eine stärkere Gewichtung gegeben werden

Walter Rothensteiner, Bundeskreditsparten-Obmann, Sprecher der Raiffeisen Bankengruppe und Generaldirektor der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG, ist überzeugt, dass sich die Banken mit dieser Reform nicht nur wegen der gründlichen Überarbeitung der veralteten Verwendungsgruppen eine schon seit langem fällige Frischzellenkur verpassen können. "Da die Reform für alle Mitarbeiter gelten soll, erwarten wir uns eine Erhöhung von Motivation und Eigeninitiative und damit einhergehend auch eine Stärkung der Ertragskraft der Banken. Die daraus resultierende Arbeitsplatzsicherung ist letztlich in unser aller Interesse." Rothensteiner meint, dass sich die Reform für die Banken langfristig kostenneutral darstellen wird. "Die übersektorale Reform ist eine Art Leitsystem für die fünf Bankensektoren, es wird aber weiterhin von Sektor zu Sektor unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten geben."

Günter Benischek, Vorsitzender der Wirtschaftsbereichsgemeinschaft Finance in der GPA und Spitzenrepräsentant auf ArbeitnehmerInnenseite, betont, dass mögliche Änderungen, vor allem auf eine optimalere Gestaltung des Gehaltssystems abzielen müssten und nicht simple Einsparungseffekte im Vordergrund stehen dürfen. "Unsere Zielvorstellung für den nun begonnenen Prozess ist es, ein gemeinsames innovatives Modell zu entwickeln, das vor allem auf breite Zustimmung bei den MitarbeiterInnen trifft. Einen zentralen Punkt dabei wird die Ausgestaltung geeigneter Übergangsbestimmungen im Hinblick auf die Reformumsetzung darstellen."

Die heutigen Gespräche stellen den Startschuss für weitere Verhandlungen dar, die im Jahr 2003 zu konkreten Ergebnissen führen sollen.

ÖGB, 10. Dezember 2002
Nr. 941

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