ÖAMTC fordert: Effektiver Brandschutz muss Standard werden

Automobilhersteller, Gesetzgeber und Exekutive sind gleichermaßen gefordert

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Dem Thema Fahrzeugbrand wird nur dann Bedeutung geschenkt, wenn etwas passiert", zeigt sich ÖAMTC-Techniker Max Lang in Anbetracht des schweren Unfalls heute Nacht auf der Westautobahn entrüstet. Aus seiner Sicht muss das Prinzip des Brandschutzes fortführend und umfassend in Fahrzeugkonstruktion und Fahrzeugbau integriert werden. Problembereiche wie die Verhinderung von Kraftstoff-Austritt bei Unfall, Abschirmung heißer Fahrzeugteile, Verhinderung von Kurzschluss, Einsatz von selbstverlöschenden Kunststoffen und brandhemmenden Isolationsmaterialien müssen unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus Unfallforschung und Crashtests Standard werden.

Geht es nach dem ÖAMTC-Techniker sind Automobilhersteller, Gesetzgeber und Exekutive gleichermaßen gefordert:

* Automatische Löschsysteme für alle Gefahrgut-Transporter und ausnahmslos auch alle Lkw über 3,5 t. Wünschenswert für Lkw über 7,5 t ist außerdem die zusätzliche Mitnahme von Feuerlöschern (über 5 kg-Löscher), um bei Unfällen Hilfe bei der Brandbekämpfung bieten zu können.

* Einsatz von Systemen zur automatischen Unterbrechung der Stromzufuhr im Crashfall besonders für nicht abgesicherte Leitungen (Anlasser/Generator). Eine gesetzliche Verpflichtung für zukünftige Modelle mit 42-Volt-Bordnetz ist wünschenswert.

* Außerdem eine gesetzliche Verpflichtung auf EU-Ebene zur Ausstattung von Gefahrgut-Transportern mit automatischen Reifenluftdruck-/Temperaturwächtern. Nutzfahrzeuge über 3,5 t sollten mit entsprechenden Systemen der Fahrzeughersteller ausgestattet werden.

* Einheitliche Kennzeichnung der Einbaulage der jeweiligen Fahrzeugbatterie für Rettungskräfte (z.B. Piktogramm an Heckscheibe).

* Zudem sollte das Thema "Richtiges Verhalten bei Brandunfällen" (Rettung, Bergung, Brandbekämpfung) EU-weit in die Ausbildung aller Führerscheinklassen einbezogen werden, um die Bereitschaft und Kompetenz aller Verkehrsteilnehmer zur aktiven Hilfe bei Fahrzeugbränden zu steigern.

* Wichtig für die Unfallforschung: Unfälle im Zusammenhang mit Fahrzeugbränden in den entsprechenden Polizei-Unfallprotokollen EU-weit einheitlich vermerken, um auf einer gesicherten statistischen Basis die Unfallursachen-Forschung gezielter vorantreiben zu können.

"Setzt man die Forderungen des ÖAMTC auf nationaler und EU-Ebene um, könnte man über 90 Prozent der Fahrzeugbrände vermeiden bzw. ihre Folgen minimieren", ist ÖAMTC-Techniker Max Lang überzeugt.

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ÖAMTC-Pressestelle/Sabine Fichtinger

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