Gersthof: Ärzte begrüßen Entscheidung von Bürgermeister Häupl

Jetzt vernünftige Lösung für die Orthopädie Gersthof erarbeiten

Wien (OTS) - "Eindeutig begrüßt" wird von Ärztekammerpräsident Prim. MR Dr. Walter Dorner die Entscheidung von Bürgermeister Dr. Michael Häupl, die geplante Verlegung der 2. Orthopädischen Abteilung Gersthof in das Kaiserin-Elisabeth-Spital wieder zurückzunehmen. Die Ankündigung der Verlegung sei überfallsartig erfolgt. Durch das Machtwort Häupls gebe es nun aber genügend Zeit, in Ruhe über möglicherweise sinnvolle Modifikationen in der orthopädischen Betreuung der Wiener Patienten zu diskutieren, ohne über die Köpfe der Beteiligten hinweg einseitige Entscheidungen treffen zu müssen, betonte der Ärztekammerpräsident. ****

Die Wiener Ärztekammer hatte von Anfang an massive Bedenken gegen die geplanten Abteilungsrochaden, "die viel Geld und Mühen gekostet, aber weder für die Spitäler noch für die Patienten irgendeinen Gewinn gebracht hätten", sagte auch die Obfrau der Kurie der angestellten Ärzte und Vizepräsidentin der Ärztekammer für Wien, Dr. Gabriele Kogelbauer, am Rande einer Dienststellenversammlung im Kaiserin-Elisabeth-Spital.

Bekanntlich sollte laut Plänen von Gesundheitsstadträtin Prim. Dr. Elisabeth Pittermann-Höcker die 2. Orthopädische Abteilung Gersthof in das Kaiserin-Elisabeth-Spital verlagert und die Chirurgische Abteilung des Kaiserin-Elisabeth-Spitals mit der 2. Chirurgischen Abteilung des Wilhelminenspitals zusammengelegt werden. Lediglich ein kleines chirurgisches Department sollte im Elisabethspital die Schilddrüsenchirurgie weiterpflegen.

"Die Entscheidung von Bürgermeister Häupl gibt uns nun Zeit, in den nächsten Jahren ein klares Konzept mit den Ärztinnen und Ärzten in den einzelnen Abteilungen zu erarbeiten, welches sowohl dem Schilddrüsenkompetenzzentrum Elisabethspital mit mehr als 1200 Schilddrüsenoperationen und 25.000 Schilddrüsenuntersuchungen jährlich Rechnung trägt, die chirurgische Akutversorgung des 6. ,7. und 15. Bezirks und des Sophienspitals sichert, aber auch eine vernünftige Lösung für die Orthopädie Gersthof beinhaltet", so Kogelbauer.

Ärger bei den Chirurgen bleibt

Trotz der Absage des Bürgermeisters an das von Pittermann-Höcker vorgelegte Konzept ist der Unmut vieler Chirurgen Wiens über einige Aussagen der Gesundheitsstadträtin aber weiterhin spürbar. Pittermann-Höcker argumentierte, die Umstrukturierungspläne seien deshalb realisierbar, weil die Auslastung chirurgischer Betten in Wien im Jahresschnitt nur bei 70 Prozent liege. "Erstens haben die im abgelehnten Pittermann-Konzept betroffenen Abteilungen außerhalb der klassischen Ferienzeiten Auslastungen an die 90 Prozent und Wartelisten für geplante Operationen bis zu drei Monaten, und zweitens sollte langsam bekannt sein, daß die Operationssaalkapazität das Nadelöhr darstellt und nicht die Anzahl der Betten, die eine zunehmend untergeordnete Rolle spielt", betonte Kogelbauer.

Kogelbauer sieht jetzt Möglichkeiten, eine sinnvolle Zusammenarbeit aufzubauen: "Alle drei Spitäler sind bereit, an langfristigen Konzepten konstruktiv mitzuarbeiten." (hpp)

Rückfragen & Kontakt:

Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222
Fax: (++43-1) 51501/1289
hpp@aekwien.or.at
http://www.aekwien.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAW0001