Menschenrechtstag: Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge!

Die Hilfsorganisation für Folterüberlebende "Hemayat" kristisiert die Gesundheitsversorgung von Asylwerbern als "miserabel" und fordert "medizinische Basisversorgung".

Wien (OTS) - Die Hilfsorganisation für Folterüberlebende "Hemayat" fordert am Internationalen Tag der Menschenrechte "eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen" in Österreich. "Die Wartelisten von Flüchtlingen, die dringend psychologische und medizinische Hilfe brauchen,sind lang. Der notwendige Bedarf weit größer als das finanzierte Angebot. Die Gesundheitsversorgung von AsylwerberInnen ist miserabel. Zwei Drittel sind nicht krankenversichert", erklärt Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie und Vorstandsmitglied von Hemayat.

Der medizinische Leiter von Hemayat, Siroos Mirzaei, unterstreicht, daß es ohne Unterstützung und Begleitung für die Folterüberlebenden "keine Integration in einem neuen Land" geben könne.

"Ein funktionierendes soziales Netz, stabile verständnisvolle Beziehungen und gesellschaftliche Anerkennung sind entscheidend für die Bewältigung des Traumas", so Schenk, "Menschen, die Folter- und Kriegstraumatisierungen erlitten haben, haben ein Recht auf medizinische und psychotherapeutische Betreuung -unabhängig von ihrer finanziellen Situation und von ihrem rechtlichen Status." Hingegen reaktivieren Schubhaft, sachunkundige Gutachter im Asylverfahren oder permanente Abschiebungsgefahr das Erlittene aufs Neue.

Führende Ärzte haben einen Aufruf für eine Verbesserung der meditzinischen Versorgung von Flüchtlingen veröffentlicht: Die Forderungen des Aufrufs:
- Medizinische Basisversorgung für Flüchtlinge

- Erhöhung des Angebots kostenloser psychotherapeutischer Betreuung für Flüchtlinge mit Traumatisierung.
Unterstützung der Gesundheitseinrichtungen für Folterüberlebende.

- Keine Schubhaft für Menschen mit Traumatisierung

- Gutachten im Asylverfahren nur gemäß anerkannter Richtlinien durch entsprechend ausgebildete und in der Therapie von Foltertraumata erfahrenen GutachterInnen.

Bisherige Unterstützer/innen:
Univ.Prof.Dr Herbert Budka, Klinisches Institut für Neurologie, Wissenschafter des Jahres 1998 Univ.Prof.Max Friedrich, Univ.Klinik für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters Ass.Prof.Dr. Alexander Friedmann,Ambulanz für transkulturelle Psychiatrie, AKH Wien. Dr. Fiedrich Kummer,Lungenabteilung, Wilhelminenspital Wien Dr. Stefan Pöchaker, toxikologische Intensivstation, Wilhelminenspital Wien. Dr. Beatrix Blaha-Hausner, Fachärztin für Kinder und Jugendheilkunde OA Dr. Enrique Gutierrez, Dr.Siroos Mirzaei, Nuklearmedizin, Wilhelminenspital Wien OA Dr. Alexander Becherer, Univ.Klinik für Nuklearmedizin Dr.Karl Wagner, OA Dr. Enrique Gutierrez, M.Hossein Tcharmtchi, Assistant Professor of Pediatrics Dr. Margarida Rodrigues-Ratischat, Dr.Elisabeth Gingrich, u.a.

Hemayat ist eine Hifsorganisation zur medizinischen, psychologischen und psychotherapeutischen Betreuung von Folterüberlebenden. Zu Hemayat kommen Menschen, die politische Verfolgung, Krieg und Folter überlebt haben und deshalb aus ihrem Land flüchten. Im letzten Jahr wurden über 200 Personen aus über 30 Ländern von Hemayat betreut. Hemayat ist persisch und
heißt: Schutz.

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