"Kleine Zeitung" Kommentar: "Generalvollmacht" (Von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 07.12.2002

Graz (OTS) - Herbert Haupt, der am Sonntag vom Parteitag in
Salzburg definitiv zum Obmann der Blauen ausgerufen werden soll, wünscht sich eine Generalvollmacht.Er möchte die Letztentscheidung über alle Kandidatenlisten der FPÖ bei Wahlen auf allen Ebenen.

Wenn wir uns recht erinnern, verfügten auch die Vorgänger über solche Durchgriffsrechte.

Susanne Riess-Passer, die einst als Statthalterin für den am Montblanc unerreichbaren Jörg Haider mit einem Schlag 700 Parteifunktionäre in Salzburg enthauptet hat, ließ sich als Viezekanzlerin und Parteichefin eine Generalvollmacht erteilen. Geholfen hat sie ihr nichts.

Auch Mathias Reichhold pochte auf seine Machtfülle, als er dem Kärntner Landeshauptmann einen Platz auf der Liste für die Nationalratswahl verweigerte. Wie die medial beklatschte Kraftmeierei endete, ist Reichhold noch in schmerzhafter Erinnerung.

Autorität leitet man nicht aus Statuten ab, sondern durch Vertrauen und Überzeugungskraft. Wenn es Haupt gelingt, sich den Delegierten als eine nicht ferngesteuerte, sondern als eigenständige Figur zu präsentieren, dann braucht er nur diese Vollmacht, jedoch keine Generalvollmacht. ****

Rückfragen & Kontakt:

Kleine Zeitung
Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035, 4047
redaktion@kleinezeitung.at
http://www.kleinezeitung.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ0001