Bedenkliche Preiserhöhungen unter dem Deckmantel des Ökostromgesetzes

Niederösterreich und Vorarlberg erhöhen 2003

Wien (OTS) - In den vergangenen Tagen wurden von einigen
etablierten Energieunternehmen in Österreich für das Jahr 2003 Strompreiserhöhungen angekündigt. Sowohl die EVN in Niederösterreich als auch die VKW in Vorarlberg wollen ihre Preise um 0,2028 Cent/kWh erhöhen. "Verwundert bin ich darüber, dass die Unternehmen diese Erhöhungen unter dem Deckmantel des Ökostromgesetzes durchführen wollen.", ärgert sich der Geschäftsführer der Energie-Control GmbH, DI Walter Boltz.

Belastungen werden an die Kunden weitergegeben - Entlastungen nicht

Tatsächlich ist es so, dass den Kosten des kommenden Ökostromgesetzes auch die bisherigen Kosten aus den Kleinwasserkraftwerkszertifikate gegen zurechnen sind, die ja bereits bisher im Strompreis enthalten waren. Die Kosten für die Zertifikate, die ja durch das neue Ökostromgesetz wegfallen, waren bisher in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich hoch. "Um so verwunderlicher ist es jetzt, dass sowohl die EVN als auch die VKW bis auf die Zehntausendstelstelle genau die gleiche Preiserhöhung planen. Durch den Wegfall der Zertifikate ersparen sich die Unternehmen - auch wieder pro Bundesland unterschiedlich - zwischen 0,1 und 0,22 Cent/kWh. Die Belastungen durch das neue Ökostromgesetz würden ebenfalls in diesem Bereich liegen. Zusätzliche Kosten und Einsparungen sind daher in etwa gleich hoch. Das bedeutet ganz eindeutig, dass die Unternehmen die Belastungen sehr wohl an ihre Kunden weitergeben, die Entlastungen aber nicht.", wundert sich Walter Boltz über das Zustandekommen der Preiserhöhung. "Was wirklich hinter den Strompreiserhöhungen stecken dürfte, hat ja auch der Vorstandsdirektor der Tiwag gestern vor Journalisten gesagt. Nämlich, dass heimische Stromversorgungs-unternehmen neidisch auf das deutsche Strompreisniveau blicken und mit ihren eigenen Margen nicht mehr zufrieden sind.", so Walter Boltz weiter.

Das trojanische Ökopferd

"Es ist natürlich legitim, wenn die Unternehmen möglichst hohe Profite für ihre Eigentümer erwirtschaften wollen, aber dann soll dies auch so deklariert und nicht unter dem Deckmantel des Ökostromgesetzes durchgeführt werden.", ist Walter Boltz empört. "Ich höre außerdem, dass versucht wird, über das Argument steigender Ökostromkosten auch im Rahmen bestehender Fixpreis-Verträge Strompreiserhöhungen durch zu führen. Ich appelliere daher an alle Betroffenen, das Wohl der österreichischen Stromkunden im Auge zu behalten.", so Walter Boltz abschließend.

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