Kundennepp der Energieversorger

Ökoenergien nicht Schuld an Tarifanhebung

Wien (OTS) - Die IG Windkraft weist aufs Schärfste die Begründung "Ökoenergien" für die in der vergangenen Woche angekündigten Strompreiserhöhungen von 0,2028 Cent je Kilowattstunde zurück. Eine Tariferhöhung ist zwar durch die gestiegenen Bezugspreise am internationalen Markt teilweise zu rechtfertigen, nicht aber durch die Ökoenergien. Der Regulator E-Control ist aufgerufen, diesen Konsumenten-Nepp dringendst aufzuklären.

Statt den eigentlichen Hauptgrund für die Tariferhöhung beim Namen zu nennen (und zwar den Anstieg der Strombeschaffungskosten auf den internationalen Energiemärkten), wurde in den Erneuerbaren Energien ein Sündenbock gefunden. Die Stromhändler begründen intern die Erhöhung wie folgt: Verrechnungspreis für Ökoenergie (4,5 Cent) minus Marktpreis 2003 ergibt Mehrkosten von 2,124 Cent je kWh Ökostrom. Sie nehmen dabei einen Anteil von 7,8% Kleinwasserkraft[KWKW] und sehr großzügigen 1,75% Wind/Biomasse/Sonne an.

Tatsächlich verpflichtet das Ökostromgesetz die Stromhändler zur Übernahme des Ökostroms. Der Nepp liegt aber darin, dass sich durch die Abschaffung des bisherigen Fördersystem für die KWKW (Zertifikatssystem) eine Entlastung der Stromhändler in ähnlichem Ausmaß ergibt. Diese Preisreduktion, die je nach Bundesland zwischen 0,1 und 0,22 Cent je kWh liegt, wollen die Stromhändler nun aber offensichtlich nicht an die Kunden weiter geben. Auch bei Wind/Biomasse/Sonne kommt es durch das Ökostromgesetz für die Energieverbraucher zu keiner zusätzlichen Belastung im Vergleich zum Ist-Stand. Es wird zwar ein Teil der Differenz von Einspeisepreis zu Marktpreis nun über die Stromtarife abgegolten, dafür kommt es aber im gleichen Ausmaß zu einer Entlastung der Netztarife. Auch hier handelt es sich also um ein Nullsummenspiel.

Nach Berechnungen der IG Windkraft betragen die sogenannten Mehrkosten des Ökostromgesetz bei seinem Endausbau im Jahr 2008 mit 9% Kleinwasserkraft und 4% anderen Ökoenergien ca. 0,2 Cent je kWh bei den Endverbrauchern mehr als heute. Das sind 8 Euro pro Jahr für einen durchschnittlichen Haushalt. Dadurch werden allein bei der Windkraft 14.000 Jahresarbeitsplätze in Österreich geschaffen und Österreich erspart sich Strafzahlungen wegen der Nichterfüllung des Kyotoprotokolls von ca. 0,22 Cent umgerechnet auf jede kWh.

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Mag. Stefan Hantsch,
IG Windkraft: 02742/21955,0664/2616467,
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