Hochwasser soll in Kärnten vorhersehbar werden

LR Rohr stellte geplantes Hochwasserwarnmodell vor -Katastrophenschutz soll dadurch wesentlich verbessert werden

Klagenfurt (LPD) - Kärnten soll ein neues Hochwasserwarnmodell (HWW-Modell) erhalten, um mögliche Gefahren vorzeitig abschätzen zu können, wie heute Umweltlandesrat Reinhart Rohr im Rahmen eines Pressegespräches in Klagenfurt bekannt gab. Das Besondere am Kärntner Modell sei dessen Orientierung an den Belangen des Katastropheneinsatzes, so Rohr, der betonte, dass es entscheidend sei, welche Maßnahmen im Ernstfall wann und wo gesetzt werden. Das HWW-Modell ist eine Verknüpfung aus Niederschlagsprognosen und hydrologisch-hydraulischen Gegebenheiten.

"Bei einem Jahrhundert-Hochwasser, wie jenem, das Österreich heuer heimgesucht hat, stoßen selbst modernste Hochwasserregulierungen an ihre Grenzen und versagen", sagte der Umweltreferent und erklärte, dass für solch außergewöhnliche Ereignisse eine Vorschau bzw. Prognose eine wesentliche Komponente im Katastrophenmanagement darstellen würde. So soll es durch das neue Hochwasserwarnmodell (HWW-Modell) möglich werden, Überschwemmungsgebiete sowie den weiteren Verlauf des Hochwassers und das erwartete Ausmaß im vorhinein zu erkennen. Dadurch könne man Einsatzkräfte besser koordinieren und vor allem die Bevölkerung rechtzeitig vorwarnen bzw. evakuieren, wenn Gefahr für Menschenleben bestünde.

Das HWW-Modell stellt laut Rohr eine Verknüpfung von Niederschlagsprognosen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien mit den hydrologisch-hydraulischen Gegebenheiten der Kärntner Flüsse dar. "Die hydraulischen Gegebenheiten, also die Überschwemmungs- und Gefahrenbereiche, werden aus den Gefahrenzonenplänen und Grundsatzkonzepten der Schutzwasserwirtschaft entnommen. Solche liegen für die größten Flüsse, wie Obere Drau, Möll, Lieser, Gail, Gurk, Glan und Lavant bereits vor", erklärte der Landesrat. Die hydrologische Komponente des Modells, bei der es um die Abschätzung des zu erwartenden Abflussausmaßes gehe, werde derzeit unter der wissenschaftlichen Leitung Dieter Gutknechts von der TU Wien entwickelt. Die Fertigstellung des HWW-Modells sei, so Rohr, für 2003/04 geplant.

Als besonderes Service erwähnte Rohr außerdem die Online-Dienste der Abteilung Wasserwirtschaft, wo u.a. aktuelle Pegel- bzw. Wasserstände der heimischen Flüsse sowie Niederschläge abgerufen und somit aktuelle Situationen kärntenweit erfasst werden können.

Im Rahmen des Pressegespräches dankte der Umweltreferent der Gailbauleitung sowie allen Einsatzkräften, die bei den jüngsten Überschwemmungen und Murenabgängen in Oberkärnten im Einsatz standen.

(S E R V I C E : Abteilung für Wasserwirtschaft im Internet:
http://www.wasser.ktn.gv.at )

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