Tancsits: AK und ÖGB sollen Informationsarbeit über Mitarbeitervorsorgekassen leisten

Verbesserte Konditionen rückwirkend an bestehende Verträge weitergeben

Wien, 06. Dezember 2002 (ÖAAB-PD) Eine Informationsoffensive über die neuen Mitarbeitervorsorgekassen (MV) für Betriebsräte und Arbeitnehmer fordert der ÖAAB von der Arbeiterkammer und dem ÖGB. "Die Konditionen der Kassen sind sehr unterschiedlich und schwer vergleichbar. Es ist für die Betriebe daher nur schwer nachvollziehbar, welche Kasse die für sie besten Bedingungen bietet. AK und ÖGB sind daher gefordert, den Betriebsräten mit ausreichenden Informationen zur Hand zu gehen", fordert ÖAAB - Generalsekretär Mag. Walter Tancsits. Und: "Für jene Betriebe, die bereits einen Vertrag mit einer Mitarbeitervorsorgekasse abgeschlossen haben und das zu den weniger günstigen alten Konditionen, sollen die neuen, verbesserten Konditionen auch rückwirkend geltend gemacht werden". ****

Die Vorbereitungen zur Abfertigung Neu gingen in den meisten Betrieben nur schleppend voran. Anfang Dezember hätten erst zwei Prozent aller Betriebe die Wahl der Mitarbeitervorsorgekasse getroffen. Eine Hauptbarriere sei, dass die MV-Kassen ihre Konditionen laufend änderten bzw. im Zuge des Marktwettbewerbes verbesserten.

"Viele Betriebsräte und Betriebe fürchten daher, dass sie ihre Verträge mit den MV-Kassen zu früh abschließen und somit um die verbesserten Konditionen ‚umfallen‘. Der ÖAAB kritisiert außerdem, dass viele Beitrittsverträge, die in den letzten Wochen und Monaten von den MV-Kassen angefordert wurden, mittlerweile veraltet sind, und noch nicht die verbesserten Konditionen enthalten. Diese Tatsache ist den meisten Betroffenen gar nicht bewusst. Laut Vertragsgesetz wären jedoch jene Bestimmungen gültig, die unterzeichnet an die MV-Kassen retourniert werden. Ich fordere daher alle MV-Kassen auf, dass sie die verbesserten Konditionen auch rückwirkend auf bereits abgeschlossene Verträge weitergeben und dieser Passus künftig in alle Beitrittsverträge aufgenommen wird", sagt Tancsits.

Als ausgesprochen hinderlich für eine zügige Auswahl der MV-Kassen und damit effiziente Umsetzung der Abfertigung Neu erweise sich der Umstand, dass die Konditionen der MV-Kassen nur schwer vergleichbar seien, da die Kassen ihre Kosten teils unterschiedlich aufschlüsseln und auf verschiedene Positionen aufsplitteten. So seien bei manchen MV-Kassen bei den Verwaltungskosten die Spesen für die Krankenversicherungsträger bereits enthalten, bei anderen wiederum nicht. Ähnliches gelte bei den Barauslagen. "Ein Vergleich der tatsächlichen Kosten und somit die Auswahl der Mitarbeitervorsorgekassen ist daher nur schwer möglich. Arbeiterkammer und ÖGB sind in dieser Hinsicht leider auch keine wirkliche Stütze für die Arbeitnehmer. Eine verstärkte Informationstätigkeit von AK und ÖGB über die verschiedenen Möglichkeiten, die von den MV-Kassen geboten werden, ist daher unbedingt nötig", so Tancsits.
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