ÖBB-Güterverkehr setzt auf Zukunftsregion Burgenland Utl: Moderne Betriebsansiedelungen werden gefördert, Jahrhundertchance EU-Erweiterung

Eisenstadt (ÖBB) - In den vergangenen Jahren haben die ÖBB am aufstrebenden Wirtschaftsstandort Burgenland einen qualitativen und leistungsfähigen Güterverkehr entwickelt. Heute gilt die Bahn als Transport- und Logistikdienstleister im Güterverkehr als stabiler Faktor in der wirtschaftlichen Performance zahlreicher burgenländischer Unternehmen. In den kommenden Jahren wird diese Arbeit weiter intensiviert. Gemeinsam mit der Wirtschaftsservice Burgenland AG - WiBAG arbeiten die ÖBB an modernen Betriebsansiedelungen und Bahnanbindungen, die den Erfolg des Wirtschaftsstandortes Burgenland nachhaltig sichern sollen.****

Jahrhundertchance EU-Osterweiterung
Seit der Ostöffnung, die den nachhaltigen Strukturwandel des Wirtschaftsstandortes Burgenland eingeleitet hat, verzeichnet ÖBB -Rail Cargo Austria sowohl beim Transitverkehr, als auch beim Quell-Zielverkehr im Burgenland deutliche Zuwächse, die nach erfolgter EU-Erweiterung weiter drastisch ansteigen werden. "Die ÖBB verstärken daher ihren Einsatz im Burgenland, um weiterhin zu dem überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum beizutragen und den Unternehmen klare Logistiklösungen und -alternativen zur Seite zu stellen," erklärt der Leiter von ÖBB - Rail Cargo Austria, Dr. Wolfgang Scharinger in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der WiBAG heute im Technologiezentrum Eisenstadt. Der Standortvorteil in bezug auf die EU-Erweiterung bietet dabei eine breite Palette von Perspektiven.

Erstes Gemeinschaftsprojekt erfolgreich etabliert
Beispielhaft für moderne Betriebsansiedelungen und der Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze ist der 1995 gegründete, grenzüberschreitende Wirtschaftspark Heiligenkreuz-Szentgotthárd. Angesiedelt im Drei-Länder-Eck Österreich-Slowenien-Ungarn verfügt der Wirtschaftspark über mehrere Anschlussbahnen, die einen umweltgerechten und professionellen Gütertransport gewährleisten. Im Zuge der geplanten Erweiterung des Wirtschaftsparks sind nun weitere Anschlussbahnen in Verhandlung.

Für die Errichtung einer Anschlussbahn können Kunden staatliche Förderungen beantragen. Die ÖBB stehen dabei mit Rat zur Seite und fördern zudem - bis auf die festen Gleisanlagen ? die für den Betrieb der Anschlussbahn erforderlichen Maschinen und Geräte: Lokomotiven oder Umschlaggeräte, wie Kran, Stapler oder den MOBILER. Letzterer kann unter anderem die Umschlagkapazitäten von Anschlussbahnen erhöhen, die sich aus räumlichen Gründen nicht mehr erweitern lassen.

ÖBB als Partner der 20 Top-Unternehmen im Burgenland
Mit ihren drei Sparten Wagenladungs-, Kombi- und Stückgutverkehr sind die ÖBB heute bereits Dienstleister für die 20 umsatzstärksten Unternehmen des Burgenlandes. Auf dem Streckennetz der ÖBB von über 200 km allein im Burgenland plus 80 km der Partnerbahn Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn AG, 21 ÖBB-Güterumschlagplätze und 38 Anschlussbahnen steht den burgenländischen Unternehmen ein starker Partner zur Seite.

25 000 Waggons mit einer Gesamttonnage von rund 1 Million Tonnen transportieren die ÖBB jedes Jahr mit Ursprung oder Ziel im Burgenland. Aus und nach Osteuropa erreicht die ÖBB-Transportleistung im Burgenland sogar einen Spitzenwert von rund 200 000 Waggons und 5,7 Millionen Tonnen. Die tonnage- und waggonmäßig stärksten Standorte liegen im nördlichen Burgenland, unmittelbar an der niederösterreichischen Grenze sowie im mittleren Burgenland an der ungarischen Grenze. Im südlichen Burgenland wird noch ein deutlicher Anstieg durch den grenzüberschreitenden Wirtschaftspark Heiligenkreuz-Szentgotthárd erwartet.

Im Stückgutbereich mit den Dienstleistungen BahnExpress, RailStandard und RailExpress wurden allein in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres knapp 1.900 burgenländische Kunden mit rund 36 000 Sendungen bedient. Neben "Pioneer Saaten" zeichnen sich vor allem die burgenländischen Winzer für dieses hohe Aufkommen verantwortlich.

Top-Standorte im Burgenland
Tabellenführer bei der Anzahl der beförderten Waggons und der beförderten Tonnage ist der Standort Bruckneudorf, über den der Güterverkehr von Bruck an der Leitha erfolgt, wo etwa mit dem Agrana Rübenlagerplatz, mit Masterfoods und der Ölmühle große Warenströme bewegt werden, gefolgt vom Standort Neudörfl, von wo aus die "Homogenholz Austria" neben ihren nationalen Verkehren, auch Exporte nach und Importe aus Griechenland, Italien, Slowakei und Ungarn abwickelt. Gleichsam Bronze erhält der Standort Parndorf, wo unter anderem mit den DB-Megaboxes überhohe Container umgeschlagen werden, was aufgrund ihrer besonderen Abmessungen an den Wiener Standorten schwer möglich war. Seit April 2002 wurden in Parndorf bereits über 900 Megaboxen umgeschlagen. Der Standort Deutschkreutz steht insbesondere aufgrund der jährlichen Zuckerrübentransporte an vierter Stelle der Aufkommensstatistik, was den Fortbestand der Strecke nach Oberloisdorf langfristig sichert.

Nachhaltige Investitionen des ÖBB-Güterverkehrs
"Als europäischer Transport- und Logistikdienstleister sind rund 75 % unserer Geschäfte internationale Verkehre", erklärt Wolfgang Scharinger, Leiter von ÖBB - Rail Cargo Austria, auch vor dem Hintergrund der EU-Osterweiterung und den Chancen für das Burgenland. Zudem nehmen die ÖBB ihre Verantwortung für die flächendeckende Versorgung wahr: "Im Unterschied zu den neuen Eisenbahnverkehrsunternehmen, die nach der Liberalisierung des Schienengüterverkehrs vor allem um die profitablen Ganzzugsverkehre werben, bleiben wir der Tradition des Netzanbietergedankens verpflichtet. Daher bieten wir unseren Kunden weiter den Transport von Einzelwagen und Ganzzügen auf unserem gesamten Schienennetz an."

In diesem Sinne wird im Burgenland das Streckennetz laufend Instand gehalten, schrittweise elektrifiziert und mit modernen Sicherheitseinrichtungen ausgestattet. Ein Beispiel für diese Investitionen ist unter anderem die Strecke zwischen Deutschkreutz und Oberloisdorf, die in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen hat und ein stabiles Aufkommen von Agrarprodukten wie Getreide, Holz und Zuckerrüben aufweist.

Logistik-Innovation für burgenländische Unternehmen
Seit rund einem Jahr erweitert der sogenannte MOBILER die Produktpalette von ÖBB - Rail Cargo Austria. Das innovative Umschlaggerät hat sich in der Getränke-Logistik schon so bewährt, dass die "Palfinger Bermüller AG" und ÖBB - Rail Cargo Austria dafür im heurigen Frühjahr mit dem "e?log@istics-award 2002" einem begehrten, internationalen Logistik-Preis ausgezeichnet wurden.

Der MOBILER ermöglicht, Güter rasch und einfach auf die umweltfreundliche Schiene zu verlagern. Er eignet sich für jedes Ladegleis, das eine seitliche LKW-Zufahrt erlaubt. Mit dem MOBILER ist der Umschlag von speziellen Wechselbrücken und Containern direkt zwischen Waggon und LKW möglich. Davon profitieren auch jene burgenländischen Unternehmen, die bislang keinen direkten Zugang zum Schienennetz hatten.

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ÖBB Kommunikation Burgenland
Mag. Gary Pippan
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Fax: 01 / 93000-25009
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