ÖAMTC fordert Fünfstern-Straßen für eine Zukunft mit Fünfstern-Autos

Unter dem Motto "Schön wär's, wenn ... " präsentiert der Club Lösungsansätze zu aufgezeigten Missständen

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Schön wär's, wenn keine Unfälle mehr durch Mängel im Straßenbau passieren", sagt ÖAMTC-Verkehrstechniker Roman Michalek. Jeder Lenker kennt die eine oder andere Kreuzung, an der es häufig kracht. Die Frage, warum gegen die Gefahrenstelle nichts unternommen wird, stellt sich unweigerlich bei jedem Blechsalat. Mittels Verkehrssicherheits-Prüfung für neue Straßen könnten Planungsfehler und Unfall-Häufungspunkte von vornherein ausgeschlossen werden.

Bei zahlreichen Straßenbau-Maßnahmen sind Möglichkeiten verkehrssicherer Gestaltung nicht ausgeschöpft. Der Straßenerhalter ist dazu verpflichtet, bekannte Unfall-Häufungsstellen zu entschärfen, wenn bereits eine bestimmte Anzahl an Unfällen aufgetreten ist. "Durch dieses Zuwarten, bis was passiert, werden Menschenleben aufs Spiel gesetzt und die Verkehrssicherheit auf das Reparieren von gefährlichen Stellen reduziert", kritisiert Roman Michalek.

Dabei sind planungsbegleitende Verkehrssicherheits-Prüfungen -sogenannte "Safety Audits" - international bereits üblich, in vielen europäischen Ländern sogar Standard. Michalek: "In Großbritannien sind 'Safety Audits' ein wesentlicher Bestandteil der Verkehrssicherheitsarbeit. Nicht umsonst haben die Briten im internationalen Vergleich besonders niedrige Unfallzahlen."

Beim "Safety Audit"-Verfahren werden Sicherheitsdefizite bereits bei der Planung und dem Entwurf der Straßen vermieden. "Zwei Vorteile liegen auf der Hand", betont der ÖAMTC-Experte, "zum einen werden so Unfallkosten eingespart, zum anderen ist es nicht erforderlich, an bereits fertiggestellten Straßen Änderungen vorzunehmen."

Von der ersten Planungsphase an werden die Straßenbau-Projekte von einem unabhängigen Auditor rein nach dem Gesichtspunkt der größtmöglichen Verkehrssicherheit geprüft. Mittels Checkliste werden Straßenparameter, wie Kurvenradius oder Sichtweiten im Kreuzungsbereich, kontrolliert. Entsprechen die Parameter nicht den sicherheitstechnischen Standards, muss das Projekt überarbeitet werden. "Ist die Kurve zu eng geplant, die Fahrbahn zu schmal oder die Kreuzung zu unübersichtlich, heißt es zurück zum Start, um die Mängel zu beheben. Gebaut wird erst, wenn die maximale Verkehrssicherheit gewährleistet werden kann", erklärt Michalek, wie "Safety Audits" in der Praxis funktionieren.

Die Autohersteller-Industrie investiert bereits kräftig in die Verkehrssicherheit - im Crashtest sind die fünf Sterne ein begehrtes Ziel. "Schön wär's, wenn man künftig mit Fünfstern-Autos auch auf Fünfstern-Straßen fahren könnte", skizziert der ÖAMTC-Verkehrstechniker ein Zukunftsszenario.

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ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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