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"Kleine Zeitung" Kommentar: "Verbotene Liebe" (Von Hubert Patterer)

Ausgabe vom 06.12.2002

Graz (OTS) - Wer für Schwarz-Grün ist, gilt als Kerzlschlucker. Als Warmduscher. Als Softie. Als Rechter, der früher gern links gewesen wäre, aber so verklemmt war, dass er die Sehnsucht nach dem Anderssein nicht ausleben konnte. Der Autor gesteht: Auch er findet Schwarz-Grün sexy und schluckt alles runter, was da oben steht - bis auf die Kerze und die Dusche. Schwarz-Grün bezieht seinen Appeal nicht aus sich selbst, auch nicht aus dem Eros der verbotenen Liebe, sondern aus der Ödnis der anderen Paarungen. Schwarz-Rot, das wäre nicht nur das Gratis-Sanatorium für die FPÖ - das wäre 80-prozentiger Beton.

Und Schwarz-Blau II? Hübsch, wenn Geschiedene nach der Trennung wieder reden miteinand', aber was soll die Direttissima vom Scheidungsgericht zum Standesamt, wenn sich am Scheidungsgrund - ein ferngesteuerter Partner - nichts geändert hat?

Das sollten die beiden weder sich noch uns antun.

Also: Schwarz-Grün. Es täte beiden gut. Die ÖVP könnte das Verzopfte abschütteln und den Grünen böte sich die Chance, politisch erwachsen zu werden. Nichts Schlimmeres soll passieren als eine Koalition aus kultureller Offenheit und wirtschaftlicher Vernunft. Auch wenn nix wird: Glückwunsch zum ersten Rendezvous! ****

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