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Flemming: EP bekennt sich zur Ethik im Tierschutz

Parlament beschließt weitreichende Tierversuchsverbote

Brüssel, 5. Dezember 2002 (ÖVP-PK) "Die heutige Abstimmung des Europaparlaments, mit der eine Reihe von Änderungen der Bestimmungen für Tierversuche gefordert wird, ist ein großer Erfolg für den Tierschutz", sagte heute die ÖVP-Europaabgeordnete Dr. Marilies Flemming in Brüssel. Insbesondere bezeichnete das Parlament eine Reihe von Zwecken für Tierversuche als "ethisch nicht hinnehmbar". Darunter fallen auch Versuche mit Waffen und medizinische Forschung im Zusammenhang mit dem Einsatz von Waffen, Tierversuche für kosmetische Mittel, einschließlich der Bestandteile kosmetischer Mittel, und vor allem auch die Verwendung von in freier Wildbahn gefangenen Primaten zu Tierversuchen. "Besonders der letzte Punkt hatte zu heftigen Diskussionen geführt und es war nicht einfach, diese Forderung zum Schluss doch im Text zu belassen", so Flemming. Letztendlich habe aber wieder einmal, wie beim Tierschutz schon so oft, eine Koalition über alle Parteigrenzen hinweg zum Erfolg geführt. ****

Das Parlament forderte die Kommission auf, dass in einer neuen Richtlinie als Voraussetzung für die Genehmigung von Tierversuchen zur Auflage gemacht wird, dass die Ziele der Versuchs klar dargelegt werden und dass diese Versuche für Tiere oder Menschen von Nutzen sind. Auch sollen in Zukunft Grenzen für die Belastungen festgesetzt werden, denen Tiere ausgesetzt werden dürfen. "In Anbetracht der Tatsache, dass derzeit nicht einmal die existierende Richtlinie dem gesteigerten Bewusstsein der Konsumenten für die Leiden der Tiere Rechnung trägt, könnte man verzweifeln. Aber eine effektive Neuregelung, die auf genaue Daten und eine Kontrolle der Tierversuche abstellt, könnte besser helfen", meinte Flemming.

Es sei zutiefst deprimierend, dass beispielsweise in Portugal eine Verordnung die Verwendung streunender Katzen und Hunde zu Forschungszwecken erlaube und ebenso nachweislich Tiere im Vereinigten Königreich über lange Zeit unbeaufsichtigt bleiben, sogar wenn sie sich von traumatischen Versuchen erholen und dass ihnen in dieser Zeit Futter und Wasser vorbehalten werden. Mit den heute angenommenen Forderungen des EP gebe es aber wieder Hoffnung. "Wir verlangen, dass den Tieren Analgetika und andere geeignete Methoden zur Schmerzbehandlung gegeben werden muss, damit ein Tier auch keinen mäßigen oder leichten Schmerzen oder Leiden ausgesetzt ist. Auch die Mindeststandards für die Haltung und Verpflegung der Tiere müssen verbindlich gemacht werden. Die Kernfrage bei Tierversuchen ist nicht, ob die Tiere denken oder sprechen. Die Kernfrage ist vielmehr:
Können Tiere leiden? Und diese Frage ist leider zu bejahen", so Flemming abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

MEP Dr. Marilies FLEMMING, Tel.: 0032-2-284-5775
(mflemming@europarl.eu.int) oder Mag. Philipp M. Schulmeister, EVP-ED
Pressestelle, Tel.: 0032-475-79 00 21 (pschulmeister@europarl.eu.int)

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