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Schenner eröffnet Eventkongress in Linz

"Tourismus als Querschnittsmaterie - eine Branche mit großer Zukunft" - Eine Lanze für ein "Ministerium für Sport und Tourismus"

Linz/Wien (PWK 884) - Zur grundsätzlichen Bedeutung des Tourismus als Gesellschafts- und Wirtschaftsfaktor - von dem der Eventbereich ein zunehmend wichtiges Segment geworden ist - nahm der Obann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, Komm.Rat Johann Schenner, anlässlich der Eröffnung des Eventkongresses "Event World Austria" am Donnerstag in Linz Stellung (siehe dazu auch unsere heutige Aussendung "Eventagenturen - Eine boomende Branche stellt sich vor").

Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Tourismus ist mit 6,4 Prozent Anteil am Bruttonationalprodukt in Österreich höher als im EU-Durchschnitt von 5,4 Prozent. Nach den neuen statistischen Berechnungsmethoden der sogenannten Tourismussatellitenkonten erreicht die Tourismus- und Freizeitwirtschaft im laufenden Jahr sogar einen Anteil von 17,9 %. Zusätzlich hat die Branche, so Schenner, eine über die Wirtschaftsleistung des Sektors hinausgehende gesellschaftliche Bedeutung in der "Freizeitwirtschaft".

Der Tourismus ist als Querschnittsmaterie mit vielen anderen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Faktoren eng vernetzt, mit Kultur, Sport, Freizeit, Infrastruktur, Verkehr, Umwelt, Landwirtschaft oder Handel, führte Schenner aus. In diesem Sinne erscheint auch klar, dass die Tourismus- und Freizeitwirtschaft neben der Informationstechnologie, der Biotechnologie und dem Gesundheitsbereich eine der Zukunftsbranchen des 21. Jahrhunderts ist. "Dies trotz der Terrorereignisse vom 11. September 2001, der dem Welttourismus trotz allem nur einen leichten Rückgang von 0,6 % bei den Ankünften im selben Jahr gebracht hat. In Österreich gibt es jedoch ein anhaltendes Wachstum."

Ein Nachteil der Querschnittsfunktion dieses heterogenen Wirtschaftszweiges ist nach Meinung des Branchenvertreters, dass er auf politischer Ebene, trotz aller wirtschaftlichen Erfolge, kein klares Profil hat und sich dadurch oft nur schwer Gehör verschaffen kann. Vor drei Jahren wurde zwar ein Tourismusstaatssekretariat im Wirtschaftsministerium eingerichtet - insgesamt sei jedoch die kompetenzmäßige Ausstattung dieser neuen Einrichtungen eher als bescheiden zu betrachten." Wir freuen uns über diesen Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht kann es diesmal ein bisschen mehr sein - zum Beispiel ein Ministerium für Sport und Tourismus. Das würde auf jeden Fall zusammenpassen. Zu einem Tourismus-Ausschuss im Parlament haben wir es leider auch noch nicht gebracht," stellte Schenner in seiner Rede fest.

Die Aussichten für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft seien insgesamt positiv zu bewerten. Einerseits kündige sich in wichtigen Märkten eine leichte Konjunkturerholung an, andererseits komme der Wertewandel in der Bevölkerung der Branche entgegen. Man "gibt sich einen Mehrfachurlaub", oder man "hat sich mehrere Kurzreisen pro Jahr verdient". Und diese führen, bedingt durch die Terrorkrise, vermehrt in Nahziele. Wichtige Potenziale liegen, so Schenner weiter, vor allem auch in einer weiteren professionellen Segmentierung: Die reisefreudige Seniorengeneration werde noch zu wenig als Potenzial anerkannt. Der Inlandsurlauber, dessen Anteil in Österreich im letzten Jahr auf knapp 27 Prozent zugenommen hat, werde im Vergleich zu unseren Konkurrenzmärkten noch zu wenig angesprochen (Deutschland, Schweiz oder Frankreich: Anteil der Inlandsurlauber weit über 50 Prozent).

Die vielen Stärken des österreichischen touristischen Angebots, wie gediegene Qualität, Sicherheit, sozialer Friede, weitgehend intakte Umwelt, gute Gastlichkeit usw., könnten sicherlich noch stärker genützt werden. Neue zukunftsträchtige Marktsegmente, wie beispielsweise im Gesundheitstourismus, Eventtourismus und im Wellnesstourismus, lassen sich ebenfalls noch besser erschließen. Die Defizite im Erlebnisbereich werden langsam verbessert, lobte Schenner.

Der Dienstreise- und Geschäftsreisetourismus gewinne vor allem durch die Globalisierung und die zunehmende europäische Integration für Österreich an Bedeutung. Die österreichischen Städte profitierten davon. Der Kongress- und Tagungstourismus sei eine enorme Erfolgsgeschichte für Wien und sollte es noch verstärkt auch für einige Landeshauptstädte werden.

Viele der "Megatrends" der Zukunfts- und Trendforscher ließen sich in Österreich mehr als in anderen Konkurrenzdestinationen realisieren, wie etwa zunehmender Qualitätsanspruch, zunehmende Umweltsenisibilität, Kurzreisen, Mehrfachreisen, Gesundheit, Kultur und Esoterik usw. Die EU-Erweiterung bringe schließlich zusätzliche Chancen für den österreichischen Tourismus, schloss Schenner, der die Veranstaltung in Vertretung von WKÖ-Präsident Christoph Leitl eröffnete. (hp)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Dr. Heribert Purtscher
Tel: 01 50105-4363

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