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FORMAT: Gusenbauer wirft Grasser Unwahrheit vor

Grasser hat sich als Finanzminister disqualifiziert

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem am Freitag erscheinenden Nachrichtenmagazin FORMAT wirft SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer Finanzminister Karl-Heinz Grasser vor, die Unwahrheit über die Budgetsituation gesagt zu haben. Gusenbauer wörtlich: "Den ganzen Herbst über erzählt er (Grasser, Anm.) etwas von einem Budget 2003, und bei den Gesprächen am Dienstag kann die ÖVP nicht einmal einen Entwurf vorlegen. Da sagt einer der beiden die Unwahrheit."
Auf die Nachfrage, ob Grasser gelogen hat, antwortet Gusenbauer: "Dem Anschein nach voll und ganz."

Gusenbauer präzisiert auch die Kernforderungen seiner Partei für eine Koalition mit der ÖVP, "Verzicht auf den Ankauf der Abfangjäger, Abschaffung der Unfallrentenbesteuerng, der Ambulanz- und Studiengebühren. Wirtschaftspolitisch stehen alle nationalstaatlichen Maßnahmen zur Wirtschaftsankurbelung im Zentrum, um die Arbeitslosigkeit zu senken." In der Frage der Abfangjäger legt sich Gusenbauer fest: "Sitzt die SPÖ 2005 in der Regierung, werden keine Abfangjäger bei Truppenparaden über den Heldenplatz fliegen. Das haben wir versprochen."

Sehr skeptisch gibt sich Gusenbauer gegenüber den Gesprächen mit der ÖVP. Derzeit befinde sich die SPÖ noch in keinen Verhandlungen, dafür bedürfe es "zumindest" den Beschluß des Parteipräsidiums. Auch die Einberufung eines Sonderparteitags unterstützt Gusenbauer. Die Stimmung in der Partei schätzt er wie folgt ein: "Meiner Einschätzung nach tendiert die Wählerschaft mehrheitlich in Richtung Regierungsbeteiligung, die Funktionäre hingegen in Richtung Opposition." Die Unterstützung einer ÖVP-Minderheitsregierung schließt er definitiv aus.

Über seine Lust, wöchentlich mit dem Kanzler das Arbeitsfrühstück vor dem Ministerrat einzunehmen, sagt Gusenbauer: "Mir ist es lieber, ich treffe meine Tochter und meine Frau zum Frühstück."

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