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Generalversammlung 1

VÖZ fordert Abschaffung der Werbesteuer bereits 2003 Kritik am österreichischen Abstimmungsverhalten bei Tabak-Werbeverbot

Wien (OTS) - Die rasche Abschaffung des "österreichischen Unikats einer Strafsteuer auf Werbung" verlangte VÖZ-Präsident Franz Ivan anlässlich der Generalversammlung des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ) am Donnerstag in Wien. Er forderte die künftige Bundesregierung und den neu gewählten Nationalrat auf, die Abschaffung der Werbesteuer bereits 2003 zu beschließen. Dies wäre nicht nur ein Zeichen guten Medienwillens, sondern ein wichtiger Impuls für die gesamte werbetreibende Wirtschaft.

In diesem Zusammenhang äußerte Ivan auch Kritik an der österreichischen Zustimmung zur Tabak-Werbeverbotsrichtlinie beim EU-Ministerrat am 2. Dezember, die im Gegensatz zur früher von Österreich vertretenen Position steht, die beizubehalten der zuständige Gesundheitsminister noch im April zugesagt habe. Er bedauerte, dass das an die Bundesregierung gerichtete dringende Ersuchen, "die bisherige Haltung Österreichs beizubehalten und im Rat gegen dieses Werbeverbot zu stimmen", keine Resonanz gefunden habe.

Aus der Krise "abgehärtet" hervorgehen 2002, betonte der VÖZ-Präsident, sei von der schlechten Konjunkturlage, die sich in einer rückläufigen Auflagenentwicklung und sinkenden Anzeigenvolumina ausgewirkt habe, gekennzeichnet gewesen. Ivan wörtlich: "Wir befinden uns in einer Krisensituation, die aber auch Chancen bietet, die es zu nützen gilt. Die Talsohle dürfte erreicht sein, 2003 wird noch eine Durststrecke werden, die allmählich wieder nach oben führen sollte, wenn man auf Konjunkturzyklen vertraut. Jedenfalls sollte die in allen Häusern stattfindende Konzentration auf das Kerngeschäft, die Besinnung auf die ureigensten Stärken der gedruckten Zeitung und Entschlackung in dem uns aufgezwungenen Gesundheitsbad dazu führen, dass die Zeitungen abgehärtet, gestählt, profiliert und gerüstet aus diesen schwierigen Jahren hervorgehen."

Neuer KV für kaufmännische Angestellte richtungsweisend In seinen Ausführungen zur Verbandsarbeit wies Ivan unter anderem darauf hin, dass es in einem der wichtigsten Bereiche, "nämlich in unserer Verantwortung für die Kollektivverträge, durch den Abschluss eines neuen Kollektivvertrages für kaufmännische Angestellte per 1. Jänner 2003 ein richtungsweisender Schritt gelungen ist". Dadurch könnten neueintretende Mitarbeiter zu halbwegs marktentsprechenden Konditionen angestellt werden. Ausdrücklich betonte der VÖZ-Präsident in diesem Zusammenhang, er "stehe nicht an, unserem Sozialpartner, der GPA, vollsten Respekt auszusprechen für ihren bewiesenen Realitätssinn und ihre Einsicht in wirtschaftliche Zusammenhänge und Notwendigkeiten".

Bekenntnis zur Selbstkontrolle Zum Thema Presserat unterstrich Ivan, dass dem VÖZ dieses Selbstkontrollorgan immer wichtig war und ist. Aus vielen guten Gründen habe man deshalb im Jahr 2001 eine Reform, Verselbstständigung und Institutionalisierung des Presserats angestrebt, weshalb aus formalrechtlichen Gründen der bisherige Presserat aufgekündigt worden sei. Darin habe die Journalistengewerkschaft "einen feindseligen Akt erblickt, dem Verband - völlig grundlos - einen Bruch der Sozialpartnerschaft vorgeworfen, uns öffentlich diskreditiert und klassenkämpferische Töne angeschlagen, die ein vernünftiges gemeinsames Bemühen um den Presserat unmöglich machten". Nunmehr sei es möglich gewesen, mit Franz Bittner, dem Vorsitzenden der Gesamtgewerkschaft Druck, Journalismus und Papier, der die Journalistengewerkschaft seit Juni 2001 angehört, "eine Übereinstimmung zu erzielen, einen schlagkräftigeren, auf Vereinsbasis zu stellenden Presserat auch in Zukunft gemeinsam, allerdings unter direkter Einbindung von Zeitungen und Magazinen, zu schaffen". Detailgespräche dazu seien im Gange.

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(Fortsetzung möglich)

Rückfragen & Kontakt:

Verband Österreichischer Zeitungen,
Hannes Schopf,
Tel.: 01 / 533 79 79-19

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