Wien festigt Rolle als Ausbildungszentrum im Biotech-Bereich

In Wien wird europaweites Ausbildungskonzept für Klinische Forschung entwickelt

Wien (OTS) - Die "Vienna School of Clinical Research (VSCR)" ist
ein exzellentes Beispiel für die gelungene Kooperation zwischen einem privaten Partner, in diesem Fall Eli Lilly, und der Stadt Wien, betonten am Mittwoch Wiens Bürgermeister Michael Häupl und Finanz-und Wirtschaftsstadtrat Sepp Rieder im Rahmen eines gemeinsamen Mediengespräches mit dem Vizepräsidenten von Eli Lilly, Gerhard Mayr, und dem Direktor des Area Medical Centers Vienna und Vizepräsidenten der Vienna School of Clinical Research, Heinrich Klech.

Eli Lilly und die Stadt Wien sind die Hauptträger der VSCR, an der seit ihrer Gründung im Jänner 2001 fast 300 Ärztinnen und Ärzte aus Zentral- und Osteuropa, dem Mittleren Osten sowie Afrika eine post graduate-Ausbildung in Sachen Klinische Forschung absolviert haben. Mit dieser Einrichtung wird Wien nicht nur seinem Ruf als das bedeutendste österreichische Forschungs- und Innovationszentrum gerecht, sondern setzt auch maßgebliche Akzente beim Bildungstransfer sowohl in künftige Mitgliedsländer der EU als auch darüber hinaus. Insgesamt fördert die Stadt Wien die VSCR mit mehr als 700.000 Euro.****

Die VSCR ist mittlerweile das Zentrum eines internationalen Netzwerkes für Klinische Forschung und ein "Center of Excellence" für biotechnologische Forschung. Die Partneruniversitäten der VSCR sind:

o Universität Wien
o Karls-Universität Prag
o Semmelweis Universität Budapest
o Universität Zagreb
o Universität Kapstadt
o Russische Akademie der Wissenschaften
o Medizinische Universität Danzig
o Russisches Krebsforschungszentrum
o Albert Schweizer-Krankenhaus Lambarene
o Medizinische Postgraduale Universität Bratislava
o Tufts University Boston

Wien unterstützt Ausbildungskonzept zur klinischen Forschung

Mit rund 217.000 Euro wird die Stadt Wien über den Wiener Wirtschaftsförderungsfonds darüber hinaus ein weiteres Projekt der VSCR im Rahmen von INTERREG III, einem Wirtschaftsprogramm der EU, das grenzüberschreitende, regionale Kooperationen in Bereichen wie Wirtschaft, Verkehr und Telekommunikation oder Bildung und Wissenschaft unterstützt, kofinanzieren. Ziel des Projektes ist es, ein internationales Ausbildungskonzept für Klinische ForscherInnen zu entwickeln, das es bis dato noch nicht gibt.

Denn die Biotechnologie ist eine der internationalen Wachstumsbranchen, deren Ergebnisse aber ohne gründliche klinische Forschung aus ethischen und gesetzlichen Gründen nicht am Patienten angewendet werden dürfen. So hat sich in den vergangenen Jahrzehnten die Anzahl der PatientInnen, die an klinischen Studien mitgewirkt haben, alle sechs Jahre verdoppelt und dieses Wachstum wird unter dem Druck der Innovation noch weiter steigen.

Deshalb sollen jetzt in dem gemeinsamen INTERREG Projekt von VSCR und den westslowakischen Universitäten Bratislava und Trnova in den kommenden sechs bis sieben Jahren nicht nur 30 ÄrztInnen eine umfassende Ausbildung zum klinischen Prüfarzt erhalten, sondern darüber hinaus erstmals ein international allgemein gültiges Ausbildungscurriculum entwickelt werden. Ziel ist, dass dieses Curriculum zunächst in den beteiligten Ländern anerkannt wird, um anschließend im gesamten osteuropäischen Raum und mittelfristig in ganz Europa Anerkennung zu finden.

Zur Erlangung eines Master Degrees in Clinical Research müssen insgesamt sechs Trainingsmodule in einem Zeitraum von drei bis vier Jahren absolviert und mit einer positiven Prüfung abgeschlossen werden.

Die Gesamtkosten des INTERREG-Projektes betragen 694.000 Euro, davon trägt die Stadt Wien 217.000 Euro und die EU 347.000 Euro. 130.000 Euro sind Eigenmittel der VSCR bzw. Sponsorleistungen.

Bis 2005: 140 Mio. für Förderung der Biotechnologie in Wien

Wien und die Vienna Region zählen zu den kontinentaleuropäischen Zentren der Biotechnologie. Deshalb hat die Stadt Wien seit 1997 rund 73 Mio. Euro in diesen Bereich investiert. Bis 2005 wird Wien nochmals rund 64 Mio. Euro zur Verfügung stellen. Derzeit arbeiten in der Bundeshauptstadt rund 2000 Personen im biotechnologischen Forschungs- und Entwicklungsbereich, dazu kommen 3000 Bio- und Gentechnologie-StudentInnen, die in allen relevanten Bereichen der Biomedizin, Pharmazie, Veterinär- und Agrobiotechnologie sowie Wirtschaft ausgebildet werden.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den neuen Rahmenbedingungen der Wirtschaftsförderung wider. Abgehend von der Förderung per "Gießkanne" hat die Stadt Wien 2002 erstmals einen Call, eine leistungs- und qualitätsorientierte Ausschreibung zur Suche der besten Projekte in Sachen Biotechnologie veranstaltet. "Life Science Vienna" fand im Rahmen der Wiener Technologieoffensive statt, für die allein im Jahr 2002 27,5 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Im Rahmen der Schlussveranstaltung am 28. November konnten insgesamt acht erstklassige Projekte mit rund drei Mio. Euro ausgezeichnet werden.

Eli Lilly: Ost- und Zentraleuropaaktivitäten werden von Wien aus koordiniert

Eli Lilly, einer der größten Pharmakonzerne der Welt, koordiniert seine ost- und zentraleuropäischen Forschungsaktivitäten über sein Area Medical Center Vienna, eine von vier Organisationseinheiten in Wien (Lilly Österreich, Area Medical Centre Vienna, Zentral- und Osteuropa Management, Elanco Animal Health).

Das Area Medical Center Vienna ist eine zentrale Drehscheibe für die internationale Forschungstätigkeit von Lilly-Experten, die mit mehr als 400 akademischen Zentren in mehr als zwanzig Ländern kooperieren. Hier arbeiten mehr als fünfzig Ärztinnen und Ärzte, Pharmakologen, Chemiker, Gesundheitsökonomen und Techniker an der Planung und Durchführung zukunftsweisender Forschungsprojekte in Zentral- und Osteuropa, im Mittleren Osten und in Afrika. Spitzenwissenschaftler aus fünfzehn Ländern konzeptionieren, planen, begleiten und überwachen klinische Studien der Phasen I bis III aus den Bereichen Onkologie, Endokrinologie, Osteoporose, Infektologie, Kardiologie sowie Psychiatrie und Neurologie. Ein koordinierende Rolle hat das Area Medical Center Vienna in der Region auch für Phase VI Studien. Jährlich werden rund 16,5 Mio. Euro in die Arbeit der ExpertInnen im Area Medical Center Vienna investiert.

Wien ist das Forschungs- und Technologiezentrum Österreichs

Der erfolgreiche Verlauf von "Life Sciences Vienna 2002" ist auch ein Beleg dafür, dass Wien seine Position als österreichisches Forschungs- und Technologiezentrum weiter ausbauen konnte.

Allein im Biotech-Bereich ist Wien Standort von 75 Prozent aller österreichischen Unternehmen. Insgesamt liegen in der Bundeshauptstadt die Ausgaben für Forschung und Entwicklung 140 Prozent über dem Österreich-Schnitt, 50 Prozent der Technologieausgaben, rund 1,65 Mrd. Euro, werden in Wien getätigt und 44 Prozent aller Beschäftigten im Forschungs- und Entwicklungsbereich arbeiten in Wien. (Schluss) nk

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