"Konsument"-Test: Trockenfrüchte

Eklatante Preisunterschiede bei Dörrobst. Geschwefelte Marillen und Konservierungsmittel in Zwetschken.

Wien (OTS) - In der Vorweihnachtszeit greift man gerne auf traditionelle Köstlichkeiten wie Zwetschken-Krampus und Früchte- oder Kletzenbrot zurück. Auch wenn die Trockenfrüchte-Saison wieder vorüber ist, in den Geschäften bleiben sie in den Regalen. Denn Dörrobst ist auch als Knabberei oder Zutat zum Frühstücksmüsli sehr beliebt. "Konsument" prüfte deshalb acht Zwetschken-, vier Marillen-und drei Bananen-Packungen aus Supermärkten auf Qualität und Preis. Frappierend das Ergebnis der Preisunterschiede:.Für 10 dkg Trockenfrüchte werden zwischen 40 Cent und 2, 20 Euro verlangt. Produkte aus biologischem Anbau sind durchwegs teurer als herkömmliche. Die chemische Analyse der 15 Packungen zeigte, dass von acht Zwetschken-Proben fünf Konservierungsmittel enthielten. Bei den Marillen war die Hälfte der Proben geschwefelt.

Alle untersuchten Packungen waren richtig gekennzeichnet. Laut Lebensmittelverordnung dürfen Dörrzwetschken mit Sorbinsäure und Marillen mit dem problematischen Schwefel haltbar gemacht werden. Schwefeldioxid und die daraus abgeleiteten Verbindungen (E 220 bis 228) werden seit Jahrhunderten zur Haltbarmachung von Lebensmitteln eingesetzt. Doch Vorsicht: Sie zerstören das Vitamin B1 im Nahrungsmittel und im Körper. Bei empfindlichen Menschen verursachen selbst geringe Mengen Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder Hautausschläge. Bei Asthmatikern können solche Lebensmittel Asthmaanfälle auslösen. Nachdem der gesetzliche Grenzwert bei Trockenfrüchte sehr hoch angesetzt ist, empfiehlt "Konsument" Kindern keine geschwefelten Lebensmittel zu geben.

Wer empfindlich ist und Geschwefeltes nicht verträgt, muss bei der Farbe Abstriche machen: Ungeschwefelte Marillen sind dunkler und bräunlich, weit entfernt vom hellen Orange behandelter Früchte. Keine Konservierungsmittel enthielten die getesteten Bananenchips-Packungen. Für eine Diät eignen sich Bananenchips jedoch nicht, denn der Energiegehalt ist durch die Zutaten (Zucker und Fett) fürs Rösten doppelt so hoch wie der anderer gedörrter Obstsorten. Wer sich gesundheitsbewusst ernähren will, sollte beachten: Beim Dörren geht zwar ein Gutteil des Vitamin C der frischen Frucht verloren, doch sonstige Vitamine - allen voran die B-Gruppe - überleben neben anderen Nährstoffen diese Prozedur. Ein besonderer Vorteil der Trockenfrüchte ist, dass sie ein träge Verdauung wieder in Schwung bringen können.

Über die genauen Preisunterschiede der 15 Trockenfrüchte-Packungen sowie deren Lagerung und Haltbarkeit informiert die Dezember-Ausgabe von "Konsument".

Wissenswertes über Konservierungsmittel & Co bietet das Büchlein "E-Nummern - Zusatzstoffe in Lebensmitteln" aus der "Konsument"-Reihe CLEVER EINKAUFEN.

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