Stadt Wien und ÖBB: Umwelt gemeinsam managen

Gezielte Umweltkooperationen steigern die Lebensqualität der WienerInnen

Wien (OTS) - Das ÖBB-weite Abfallwirtschaftskonzept, die Generalsanierung des Areals am Wiener Nordbahnhof mit Installierung nachhaltiger Standortkontrollsysteme, der Öko-Point in Meidling oder die Errichtung von Lärmschutzwänden - die Liste der gemeinsamen Umweltprojekte zwischen den ÖBB und der Stadt Wien ist lang. Gewinner dieser Kooperationen sind die Menschen. Alleine die Errichtung der Lärmschutzwände entlang der Eisenbahnstrecken erhöht die Lebensqualität für 20.000 Wienerinnen und Wiener. Die übergreifende Kooperation im Bereich Umwelt geht darüber hinaus. Gegenwärtig ist ein Pilotprojekt zum Einsatz regenerativer Energien an den Lärmschutzwänden in Leopoldau in Ausarbeitung. Die daraus gewonnene Energie soll ins Verbundnetz eingespeist werden.
Ein weiteres Beispiel ist das österreichweite Konzept für Vegetationskontrolle auf den Strecken der ÖBB. Im Rahmen dieses Konzeptes soll der Einsatz alternativer Mittel zu den derzeit für die Vegetationskontrolle im Gleisbereich eingesetzten Totalherbiziden (Pflanzenvernichtungsmittel) geprüft und ein österreichweites Konzept für die Pflege der Bahnböschungen entwickelt werden. Ein solches existiert bereits für den Wiener Raum. Gezielte Pflegemaßnahmen - wie im Rahmen eines gemeinsamen Pilotprojektes erprobt - und die Anlage und Begrünung neuer Böschungen führen zur Wiederkehr von Pflanzen-und Tierarten, die in der Vergangenheit durch Asphaltstraßen und dichte Besiedlung verdrängt worden sind, wie zum Beispiel an der Pottendorferlinie beim Grünzug Heubergstättn und beim Draschepark. Dort wird derzeit ein neuer Lebensraum für die Smaragdeidechse geschaffen.

Hinter diesen Kooperationen stehen drei Frauen, denen Umwelt und nachhaltiger Umweltschutz Profession und ein zentrales Anliegen sind:
DI Sylvia Berndorfer, Leiterin des Umweltmanagements bei den ÖBB, Ing. Dr. Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Wiener Umweltschutzabteilung und die Wiener Umweltstadträtin Dipl. Ing. Isabella Kossina. Mit hoch professionalisierten Umweltmanagementsystemen, ernormen umwelttechnischen Know-how und persönlichem Engagement gestalten sie Wien zur Umwelt-Musterstadt.

Nachhaltiger Umweltschutz

Basis der erfolgreichen Umweltarbeit ist der hohe Anspruch, denn "wir wollen erreichen, dass menschliches Handeln getragen ist von tiefem Respekt mit der belebten und unbelebten Natur, unserer Umwelt", konkretisiert Karin Büchl-Krammerstätter ihren persönlichen Zugang zur Natur. "Zeitgemäßer Umweltschutz" ist das oberste Leitziel der Wiener Umweltschutzabteilung. Der Weg ist der "vorsorgende, partnerschaftliche und integrative" Umweltschutz. Das Ziel ist die nachhaltige Wirkung der gesetzten Maßnahmen, denn "wir müssen die Stadt heute so gestalten, dass sie für künftige Generationen eine noch bessere Lebensqualität bietet", so Stadträtin Isabella Kossina.

In Bezug auf die Nachhaltigkeit haben die ÖBB auf den ersten Blick einen Systemvorteil, ist die Bahn doch das "sauberste" und somit umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Das beginnt bei dem im Vergleich zur Straße geringen Flächenverbrauch für Infrastrukturbauten - lediglich zwei Prozent der rund 2.300 m2, die für verkehrsmäßige Infrastrukturbauten eingenommen werden, benötigt die Bahn - und reicht bis zu dem geringen Energieverbrauch und den niedrigen Schadstoffemissionen, die der Mobilitätsträger ÖBB erzeugt. Abgesehen von umweltgerechter Ressourcenoptimierung und Effizienzsteigerung, die in allen Bereichen der ÖBB zum Einsatz kommen, geht es der Leiterin des Umweltmanagements vor allem auch "um aktive Kooperationen und Kommunikation mit Behörden und Interessensgruppen", so Sylvia Berndorfer. Als größtes Unternehmen Österreichs mit 47.000 MitarbeiterInnen, einem Schienennetz von 5.600 km und 3.500 Standorten setzen die ÖBB mit ihrem integrativ arbeitenden Umweltmanagement maßgebliche Akzente zur Lebensqualität für die österreichische Bevölkerung. Alleine in Wien verfügen die ÖBB über 65 Standorte. Flankiert werden die hochstrukturierten, qualitätszertifizierten ÖBB-Umweltmaßnahmen durch zahlreiche Kooperationen mit Universitäten und Institutionen wie der Stadt Wien. "Im Mittelpunkt steht die Erarbeitung von gemeinsamen umweltpolitischen Zielen und deren Umsetzung, von der Prävention bis zur Sicherstellung eines nachhaltigen Umweltschutzes", so die Leiterin des ÖBB-Umweltmanagements Sylvia Berndorfer.

Kooperationen, die sich rechnen

Das ÖBB-weite Abfallwirtschaftskonzept, das gegenwärtig unter der Koordination der MA 22 zur Abstimmung bei der Konferenz der Umweltexperten der Länder aufliegt, stellt die Grundlage für nachhaltiges Abfallmanagement bei den ÖBB dar. Ein Aspekt ist die erfolgreiche Beseitigung des langjährigen Ablagerungsproblems am Nordbahngelände. Ziel ist eine möglichst umfassende Beseitigung des Abfallproblems entlang des gesamten ÖBB-Streckennetzes und eine nachhaltige Sicherung durch Standortkontrollsysteme wie personelle Kontrollen oder Videoüberwachung. In Bezug auf das Nordbahngelände läuft derzeit mit der MA 22 ein Pilotprojekt über ein Sofort-Einsatzprogramm zur prompten Beseitigung von illegalen Ablagerungen. Diskutiert wird auch eine Art Umweltpolizei. Wichtig aber ist die Prävention und die breitflächige Aufklärung der Bevölkerung über die Erfordernisse, die nachhaltiger Umweltschutz bedarf.

Im Zusammenhang mit dem Bahnhofsoffensive-Projekt "Umgestaltung des Wiener Westbahnhofareals" geht das ÖBB-Umweltmanagement ebenfalls einen neuen Weg. Auf Basis der neuen EMAS-Verordnung könnte im Zuge konzentrierter, behördlicher Genehmigungsverfahren und unter Einbindung der Bevölkerung eine rasche Umsetzung in der Gestaltung des Areals erfolgen. Dieses Verfahren würde ein absolutes Novum in der Eisenbahnplanung darstellen.

Im Rahmen dieses Projektes wird am Westbahnhof ein umfassendes Energiekonzept umgesetzt, das in Kooperation mit der HTL Wien 16 durchgeführt wird. Dies soll wichtige Impulse in der Optimierung von Umweltressourcen bringen. Pilotprojekte wie der Einsatz regenerativer Energie - Photovoltaik - auf Bahnhofsdächern oder in Lärmschutzwänden werden gegenwärtig am Öko-Point Meidling und in Leopoldau erarbeitet. (Schluss) wg

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