Ärztekammer begrüßt Tabakwerbeverbot

Pjeta fordert umfassendes Konzept zur Bekämpfung des Tabakkonsums - Gesundheitsvorsorge wichtiges Thema für Regierungsverhandlungen - Konsequente Politik gegen "chronische Selbstvergiftung"

Wien (OTS) - Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Otto Pjeta, begrüßt das von der EU-Kommission beschlossene Tabakwerbeverbot. Er wertet dies als deutliches Zeichen dafür, dass die internationale Politik nunmehr dem Gesundheitsschutz eine höhere Priorität einräumt als wirtschaftlichen Interessen. "Bei aller Freiheit für die private Lebensführung ist es wichtig, dass der Staat konsequente Maßnahmen zur Gesundheitsförderung setzt. Das Tabakwerbeverbot ist in diesem Zusammenhang unverzichtbar", sagte der Ärztepräsident Dienstag in einer Presseaussendung.

Pjeta erwartet sich nunmehr gerade im Zuge der laufenden Regierungsverhandlungen weitere Schritte in Richtung Gesundheitsvorsorge. Dabei nehme der Kampf gegen den Tabakkonsum einen hohen Stellenwert ein. Pjeta: "Mit einem Werbeverbot allein ist es wohl nicht getan. Wir benötigen dringend die kontinuierliche Information der Jugend über die hohen Risken des Rauchens sowie die Vorteile eines modernen und gesunden Lebensstils. Dies müsse strategisch in den Schulen beginnen, wo das Rauchen noch immer als schick gelte. Der Ärztepräsident spricht sich für ein umfassendes Konzept aus, das Informationsmaßnahmen, fiskalische Schritte und ein uneingeschränktes Werbeverbot für Tabakwaren beinhalten müsste. Weiters sei das professionelle Angebot zur Raucherentwöhnung auszubauen, "um abhängigen Rauchern das Aussteigen aus dem Leichenwagen" zu erleichtern.

Pjeta: "Es kann nicht sein, dass man der chronischen Selbstvergiftung der Bevölkerung mit einer halbherzigen Gesundheitspolitik begegnet." Der österreichische Ärztepräsident kritisiert abschließend das "kontraproduktive und unverständliche Verhalten" der deutschen Regierungspolitik, die ein EU-weites Tabakwerbeverbot nach wie vor verhindern will.

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