AK bestätigt: Zu wenig Schulplätze

1.000 Jugendliche in Wien von berufsbildenden Schulen abgewiesen

Wien (AK) - In Wien wurden mindestens 1.000 Jugendliche von den ersten Klassen der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) abgewiesen. Jugendliche wollen eine gute Ausbildung mit Zukunft. Die Wirtschaft sucht Fachkräfte, also muss die Regierung dafür sorgen, dass es ausreichende Ausbildungsplätze gibt. Das verlangte die AK bereits im Juni. Jetzt wird das Defizit an Ausbildungsplätzen auch vom Bildungsministerium und dem Stadtschulrat zugegeben. Johanna Ettl, Leiterin des AK Bildungsbereichs, fordert für Wien zwei neue Schulen mit den Schwerpunkten Kommunikationstechnologien und kaufmännische Ausbildung. "Ausreichend öffentliche Schulplätze muss es vor allem als Alternative zu den Privatschulen, die Schulgeld verlangen, geben", so Ettl.

Mit einer aktuellen Erhebung der Anmeldezahlen an den Wiener BMHS hat die Arbeiterkammer im Juni des Jahres darauf hingewiesen, dass in Wien ein Defizit an Ausbildungsplätzen in den berufsbildenden Schulen besteht. Aktuell gab es damals für die 8000 Plätze an den ersten Klassen an die 12.000 Anmeldungen, auch bei Bereinigung um Doppel-und Mehrfachanmeldungen kam die AK zu dem Schluss, dass mindestens 1000 Plätze fehlen werden. Den stärksten Andrang gab es an den Schulen für moderne Computerberufe, an denen bis zu sieben BewerberInnen auf einen Schulplatz gekommen sind.

Aber auch bei einem Vergleich der Plätze an privaten und öffentlichen Schulen ist die Lage angespannt: Im Bereich der kaufmännischen Schulen werden die Plätze zur Hälfte von Privatschulen angeboten, an denen Schulgeld zu bezahlen ist: Bei der Erhebung der AK haben sich für die 1200 Plätze an den öffentlichen kaufmännischen Schulen über 2500 BewerberInnen angemeldet. Für die ca. 1400 Plätze an den privaten kaufmännischen Schulen nur rund 1200 Jugendliche.

Wiederholt hat die AK im Herbst eine berufliche Zukunftsperspektive für die Jugendlichen in Österreich und damit auch mehr Plätze an den berufsbildenden Schulen gefordert: Denn die Situation ist nicht nur in Wien ziemlich aussichtslos für die Jugendlichen, sondern in ganz Österreich: 6.000 Jugendliche haben für das Schuljahr 2002/03 keinen Platz an einer berufsbildenden mittleren oder höheren Schule bekommen. Da der Bund nicht genügend Ausbildungsplätze bereitstellt, errichten manche Bundesländer berufsbildende Schulen als Privatschulen. Allerdings kann die Schulgeldfreiheit nicht immer gewährleistet werden. Johanna Ettl fordert daher diese 6.000 zusätzlichen Plätze für ganz Österreich.

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