Grünewald fordert Antidiskriminierungsbestimmung für psychisch Kranke

Psychisch Kranke somatisch Kranken gleichstellen

Wien (OTS) Anläßlich der Aussagen von Univ. Prof. Dr. Karin Gutierrez-Lobos beim Pressegespräch zum Thema "Aktuelle Aspekte der Schizophrenie und ihrer Behandlung" fordert der Grüne Gesundheitssprecher Dr. Kurt Grünewald eine Antidiskriminierungsbestimmung für psychisch kranke Menschen.

"Psychische Erkrankungen nehmen stetig zu und stellen bereits einen hohen Prozentsatz aller Diagnosen, ohne die sicher beträchtlichen Dunkelziffern mit einzurechnen", stellt Grünewald fest. "Es geht nicht an, dass psychisch kranke somatisch Kranken noch immer nicht gleichgestellt sind".

Sowohl die Deklaration von Madrid 1996 der World Psychiatric Assoziation als auch die Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen 46/119 aus dem Jahr 1992 zum Schutz psychisch Kranker und zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung verlangen die Gleichbehandlung von psychisch kranken Menschen.

Die größten Defizite bestehen im Rahmen der psychiatrischen Rehabilitation. Die Grünen fordern die Schaffung von Rehabilitationseinrichtungen für psychisch Kranke sowie die sozialrechtliche Gleichstellung von psychiatrischer Rehabilitation mit jener bei somatischen Erkrankungen oder in Folge von Unfällen.

Mangelnde Dezentralisierung der stationären Behandlung, ineffizienter Aufbau und weitgehend fehlende Qualitätsstandards außerstätionärer, ambulanter und rehabilitativer Strukturen kennzeichnen die heutige psychiatrische Versorgung in weiten Teilen Österreichs. Die Schaffung einer bedürfnisgerechten, gemeindenahen Versorgung von psychisch kranken Menschen wäre dringend notwendig.

"Zukunftsweisend wäre ein globales Psychiatriebudget, aus dem sowohl stationäre, ambulante, rehabilitative und Pflegeleistungen bezahlt werden. Die Spaltung der Leistungsentgelte in Gesundheits- und Sozialbudget erschwert eine sinnvolle Reform in diesem Bereich", stellt Grünewald abschließend fest.

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