Laska überreicht Pflegepreis 2002 für Wien an Mirsada Divovic

Ein Dank für fünf Jahre aufopfernde Pflege zu Hause

Wien (OTS) - Als Dank für ihr Engagement und ihre
Opferbereitschaft wurde Frau Mirsada Divovic der Pflegepreis 2002 für Wien zuerkannt. Die Preisverleihung findet heute, dem 3. Dezember 2002, um 15 Uhr im Steinsaal I des Wiener Rathauses statt. Vizebürgermeisterin und Sozialstadträtin Grete Laska, Karl Ziegler (Stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz), und Dir. Ing. Johann Kaiser, AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) Landesstelle Wien, nehmen die Ehrung vor.

Als Gratulanten haben sich Familienmitglieder, Patientenanwalt Dr. Walter Dohr, Hausarzt Dr. Hanns Schwarz, Dir. Prof. Dr. Günter Schön (Wirtschaftskammer Wien und Vorsitzender-Stellvertreter der AUVA-Landesstelle Wien), Dr. Dietmar Strimitzer (Wirtschaftskammer und Mitglied des Rehabilitationsausschuss der AUVA), Landessekretär Johannes Holper (Gewerkschaft Bau-Holz), Rudolf Silvan (Gewerkschaft Bau-Holz und Mitglied des Rehabilitationsausschusses), Dipl.-Ing. Peter Vavken (Direktor-Stellvertreter der AUVA-Landesstelle Wien), Chefarzt Dr. Djawad Lessan, AUVA-Landesstelle Wien, Hermine Ebner, Pflegedienstleiterin des UKH-Meidling, Ing. Mag. Franz Preßlmayer (Leiter des Rehabilitationsreferats der AUVA-Hauptstelle) und Peter Müller (Leiter der Leistungsabteilung der AUVA-Landesstelle Wien) angesagt.

Das Schicksal von Mirsada und Semir Divovic

Semir Divovic stürzte bei einem Montageauftrag am 2. April 1996 von der Leiter, brach und verrenkte sich zwei Halswirbel. Nach einem Jahr Behandlung und Rehabilitation kam er im Juni 1997 mit einer hohen Tetraplegie nach Hause: er kann zwar die Schulter leicht bewegen, Arme, Hände, Beine, Blase und Darm sind gelähmt, die Atemmuskulatur funktioniert nur teilweise (höchste Pflegestufe (7)).

Das Leben in Österreich hatten sich Mirsada (40 Jahre) und Semir Divovic (35 Jahre) anders vorgestellt. Nach dem Krieg in Bosnien wollten sie neu anfangen, sich gemeinsam eine sichere Existenz aufbauen. Semir Divovic hatte Elektrotechnik gelernt, der Krieg machte ihn zum Soldaten - zuletzt war er bei der UNHCR-Truppe. Ende 1995 kam Semir Divovic nach Österreich und begann eine Elektrofirma aufzubauen. Weil sein Arbeiter nicht gekommen war, kletterte er selbst auf die Leiter und stürzte ab.

Mirsada und Semir sind seit 1989 ein Paar und haben 1997 geheiratet. Sie vollendete ihr Jusstudium in Bosnien, kam Anfang 1993 nach Wien und begann als Rechtspraktikantin zu arbeiten. Vor zwei Jahren hat sie den Beruf aufgegeben, um ausreichend Zeit für ihren Mann zu haben. Unterstützt wird Frau Divovic von ihrer Familie. Seit rund einem halben Jahr wird eine Heimhilfe, die eine ausreichende Ausbildung und Eignung hat, für zwei Stunden am Vormittag gesucht.

Die kleine Startwohnung war für die Pflege eines Behinderten nicht geeignet. Die neue Genossenschaftswohnung im 22. Bezirk ist rollstuhltauglich und enthält alle Geräte und Hilfsmittel, die zur Bewältigung des Alltags benötigt werden.

An ihrem Mann bewundert Mirsada Divovic die psychische Stärke, mit der er seine Krisen meistert. Stolz ist sie, wie sie das Leben gemeinsam bewältigen. Semir hat ein neues Hobby: den Computer. Mit Hilfe einer Holzverlängerung und einem Handschuh und Training mit dem Ergotherapeuten kann er die Mauskugel mit dem Mund bewegen. Auch hat das Paar den Wunsch nach einem gemeinsamen Kind noch nicht aufgegeben. Die kommenden Tage werden weisen, ob der Versuch einer künstlichen Befruchtung geglückt ist.

AUVA Pflegepreis seit 1988

Der Pflegepreis entstand 1998 auf Initiative der zuständigen Landesstelle der AUVA (Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt). Er steht unter der Patronanz des Wiener Bürgermeisters und wird von der Gewerkschaft Bau-Holz unterstützt. Im Jahre 2002 wird er zum fünften Mal für die aufopfernde Pflege im Familienverband vergeben. Der Preis besteht aus einem Erholungsurlaub, der von der Gewerkschaft Bau-Holz zur Verfügung gestellt wird. Während dieser Zeit wird Semir Divovic im Rehabilitationszentrum "Weißer Hof" der AUVA betreut.

Von den rund 7.300 auf Grund eines Arbeitsunfalls Schwerstversehrten Österreichs leben rund 3.000 in den drei östlichen Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland. In Wien fallen acht Versicherte in die höchste Pflegestufe (7, Wachkoma) - nur zwei werden zu Hause gepflegt. Von achtzehn Versehrten in der Pflegestufe 5 (schwere Querschnittlähmung) wird der Großteil daheim umsorgt. Die AUVA hat Familie Divovic seit 1997 bei der sozialen Rehabilitation (Wohnungsadaptierung, etc.) und für Hilfsmittel (Rollstuhl, Hygieneartikel, etc.) mit rund 111.000 Euro unterstützt. (Schluss) mw

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