Bartenstein: Anstieg der Arbeitslosigkeit flacht sich im November weiter ab

Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr

Wien (BMWA/OTS) - Ende November 2002 lag die Zahl der unselbstständig Beschäftigten (ohne geringfügige Beschäftigungsverhältnisse) mit 3.153.951 (1.732.697 Männer; 1.421.254 Frauen) um 16.447 (+0,52%) über dem Vorjahreswert. Bei den vorgemerkten arbeitslosen Personen hat sich trotz des weiter anhaltenden Zustroms zum Arbeitsmarkt die Zunahme Ende November mit +12.193 (+5,4%) auf 237.070 weiter abgeflacht. Vergleichsweise ist die Arbeitslosigkeit im Oktober 2002 noch um 8,8%, im September 2002 um 13,8% und im August 2002 um 16,6% gestiegen. Geschlechtsspezifisch differenziert zeigt sich, dass die Frauenarbeitslosigkeit mit +2.683 (+2,5%) weiterhin deutlich geringer zunahm als jene der Männer (+9.510; +8,0%). Insgesamt lag die Arbeitslosigkeit im November zwar erwartungsgemäß über den entsprechenden Werten des Vergleichszeitraumes 1999 und 2000, jedoch deutlich unter dem November-Wert der Jahre 1997 (241.352) und 1998 (242.465). ****

International gesehen hat Österreich weiterhin die drittbeste Arbeitslosenquote in der EU. Für den Oktober 2002 (letzt verfügbarer Wert) weist EUROSTAT für Österreich eine Arbeitslosenquote von 4,1% aus. Die Fortschreibung dieser Quote durch das Arbeitsmarktservice für November ergibt ebenfalls 4,1%. Dieser Wert liegt nach wie vor deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 7,6% (Wert für September). Lediglich Luxemburg mit 2,5% (September) und die Niederlande mit 2,9% (September) weisen eine niedrigere Arbeitslosenquote als Österreich auf.

Darüber hinaus zeigten sich Ende November am Arbeitsmarkt folgende Tendenzen:

Arbeitslosendauer Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeitsepisode betrug im November 107 Tage. Die Dauer ist damit zwar um 3 Tage länger als im November 2001, jedoch um 10 bzw. 16 Tage kürzer als 2000 bzw. 1999.

Langzeitarbeitslosigkeit Ende November waren 12.816 Personen länger als ein Jahr vorgemerkt. Diese Zahl liegt über dem November-Wert des Vorjahres (+2.132 bzw. +20,0%), jedoch deutlich unter dem vergleichbaren Wert des Jahres 2000 (und zwar um -2.002 bzw. -13,5%). Der Anstieg der über 6 Monate vorgemerkten Arbeitslosen hat sich mit +4.992 bzw. +14,3% auf 39.959 gegenüber dem Vorjahreswert weiter abgeschwächt.

Jugendliche Während die Arbeitslosigkeit der 15- bis 18-jährigen Jugendlichen mit 5.536 gegenüber dem Vorjahr nur um +6,4% oder +333 gestiegen ist, entfällt der überwiegende Teil der Zunahme nach wie vor auf die 19-bis 24-Jährigen (+3.080 bzw. +9,9% auf 34.272). Im Vergleich zu den Zuwächsen der Vormonate zeigt sich allerdings auch hier eine deutliche Abschwächung (im Oktober lag die Zunahme noch bei 13,5% und im September bei 19,5%).

Im internationalen Vergleich der Jugendarbeitslosigkeit nimmt Österreich mit einer Quote von 7,1% (Oktober) weiterhin eine gute Position ein. So war die Jugendarbeitslosenquote im EU-Durchschnitt mit 15,1% (September) mehr als doppelt so hoch. Österreich weist in der Folge nach den Niederlanden (6,1% im September) nach wie vor die zweitniedrigste Jugendarbeitslosenquote in der Gemeinschaft aus, gefolgt von Dänemark (7,7%) und Irland (8,3% - jeweils September).

Lehrstellenmarkt Die Zahl der Lehrstellensuchenden lag Ende November mit 4.544 um +138 (+3,1%) über dem Wert des Vorjahres. Im Vorjahresvergleich ist bei den beim Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Lehrstellen erstmals im Jahr 2002 wieder ein Plus (+253 bzw. +11,0% auf 2.545) zu verzeichnen, wodurch die AMS-Lehrstellenlücke etwas zurückgegangen ist.

Zunahme der Altersarbeitslosigkeit Die Arbeitslosigkeit der über 50-Jährigen ist um +3.371 (+7,5%) auf 48.544 angestiegen. Dabei nahm weiterhin die Zahl der 50- bis 54-Jährigen mit +571 (+2,4%) deutlich unterdurchschnittlich zu. Die Arbeitslosigkeit der 55- bis 59-Jährigen stieg um +2.430 (+14,0%) und die der über 60-Jährigen um +370 (+10,3%) an. Neben demographischen Faktoren ist die Zunahme der letztgenannten Altersgruppen auch auf die geänderten Zugangsbestimmungen in die vorzeitige Alterspension und den entsprechenden Begleitmaßnahmen im Arbeitslosenversicherungsgesetz zurückzuführen.

Entwicklung nach Branchen In Anbetracht der konjunkturellen Gegebenheiten stellt die weitere Abschwächung des Anstiegs der Arbeitslosigkeit in der Sachgütererzeugung auf +8,7% (+3.187 auf 39.946) eine verhältnismäßig positive Entwicklung dar. Im Oktober hat die Zunahme noch 12,7% und im September beinahe 20% betragen. Rückläufige Arbeitslosenzahlen -vor allem auf Grund des milden Wetters - verzeichnete das Bauwesen mit -627 bzw. -1,9% auf 31.617. Mit einer Zunahme von +0,6% (bzw. +320 auf 49.703) entwickelte sich auch die Arbeitslosigkeit im Fremdenverkehr relativ günstig.

Abschwächung der Arbeitslosigkeit in fast allen Bundesländern Ende November hat sich die Zunahme der Arbeitslosigkeit in allen Bundesländern mit Ausnahme von Burgenland und Vorarlberg im Vergleich zum Vormonat weiter abgeschwächt. Mit +3.094 (+4,5% auf 71.099) stellt der Anstieg in Wien nach wie vor den betragsmäßig größten Zuwachs dar (der Anteil am Gesamtanstieg beträgt damit 25,4%). Prozentuell betrachtet fiel die Zunahme in Vorarlberg mit +15,6% (+1.188 auf 8.796) vor dem Burgenland (+11,3% bzw. +737 auf 7.267), Oberösterreich (+7,2%; +1.693 auf 25.145), der Steiermark (+5,9% bzw. +1.808 auf 32.617) und Niederösterreich (+5,8% bzw. +1.988 auf 36.445) am stärksten aus. Einen unterdurchschnittlichen Arbeitslosigkeitszuwachs verzeichneten Ende November Salzburg (+5,2; +704 auf 14.292), Kärnten (+3,7%; +686 auf 19.166) und vor allem auch Tirol (+1,3%; +295 auf 22.243).

Arbeitslosigkeit nach Ausbildungskategorien Bis auf die Absolventen von Akademien (-69 bzw. -8,3% auf 767) ist im November nach wie vor in allen Ausbildungskategorien eine Zunahme der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Der stärkste Anstieg ist bei Personen mit Pflichtschulabschluss (+3.637 oder +3,9 % auf 97.748) sowie bei Personen mit Lehrabschluss festzustellen (+3.446 oder +4,2% auf 85.591). Bei arbeitslosen Personen, die über keine abgeschlossene Schulausbildung verfügen, hat sich der Bestand im Vergleich zum Vorjahr um +430 (+4,6%) auf 9.792 erhöht. Auf diese drei Ausbildungskategorien entfallen damit rund 62% des Gesamtanstiegs. Auch Absolventen höherer Schulen (insbesondere AHS, HTL und HAK) weisen überdurchschnittliche Zuwachsraten der Arbeitslosigkeit auf.

Schulungen des Arbeitsmarktservice Die Schulungsaktivitäten des Arbeitsmarktservice lagen im November - analog zu den Vormonaten - über dem Vorjahresniveau. Die Zahl der in Schulung befindlichen Personen lag mit 43.524 um +7.444 (+20,6%) über dem vergleichbaren Vorjahreswert. 47% des Anstieges entfiel dabei auf jugendliche Schulungsteilnehmer (15- bis 25-Jährige). Besonders ausgeprägt stiegen die Teilnehmerzahlen in Wien (+44,7% bzw. +4.557), in Salzburg (+39,9% bzw. +464) und in der Steiermark (+34,5% bzw. +2.057). Die Schulungsteilnehmer rekrutierten sich schwerpunktmäßig aus den Berufsgruppen Büroberufe (8.855), Metall-/Elektroberufe (5.768), Handel (5.449) und den Hilfsberufen (4.766). Aus diesen Berufsgruppen stammten damit mehr als 57% aller in Schulung befindlichen Personen.

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