Jost: Pflege-Missstände zeigen Bedarf für Pflegeanwalt

Skandalöse Zustände in Villacher Pflegestation - gefesselt in Leibhose

Klagenfurt, 2002-12-03 (fpd) "Die komplizierte Art und Weise, wie Angehörige eine Anlaufstelle für ihre Beschwerden über unzumutbare Zustände in einer privaten Villacher Pflege fanden, zeigt, wie wichtig ein unabhängiger Pflegeanwalt in Kärnten wäre. Eine Angehörige fand schließlich bei einem engagierten Pfleger des Kärntner Berufsverbandes der PfIegefachkräfte des Institutes für Gesundheits- und Krankenpflege Gehör. Mit seiner Hilfe konnten diese Pflegemissstände aufgedeckt werden", erklärte der Sozialsprecher der FPÖ Kärnten, LAbg. Siegfried Jost.

In der privaten Villacher Pflegestation seien die alten Menschen in eine sogenannte "Leibhose" gesperrt worden. Es habe sich um eine Leibschüssel gehandelt, auf der ein starres Korsett fixiert worden sei. In diesem seien die alten Menschen oft stundenlang festgehalten worden. Dies habe laut Angehörigenbericht u.a. auch als disziplinäre Strafmaßnahme gegolten, wenn die Heiminsassen "lästig" waren. Diese unakzeptable Freiheitsbeschränkung sei überdies auch gesundheitsgefährdend gewesen, weil die "Leibhose" mit Kot total verdreckt war. Diese Pflegestation, welche die Gattin eines ehemaligen Villacher Stadtrates betreibe, stand kurz vor einer behördlichen Genehmigung. Angehörige hätten auch berichtet, dass ihnen der Besuch ihrer Eltern zeitweise verboten wurde und die Station zeitweise zugesperrt war, ohne dass eine Betreuungsperson für die alten Menschen zur Verfügung gestanden wäre, teilte Jost mit.

"Der Magistrat Villach und die Sozialabteilung des Landes sind jetzt dabei, eine Sperre der Pflegestation zu erlassen und die Insassen in anderen Einrichtungen unterzubringen", erklärte Jost. Er dankt dem Berufsverband der Krankenpfleger, dass er diesen Fall aufgedeckt und die entsprechenden Kontrollen seitens des Magistrates und des Landes veranlasst hat.

Dieser Fall müsse aber zu einer Verbesserung der Kontrolle führen. "Wir brauchen unbedingt einen unabhängigen Pflegeanwalt, von dem die Menschen wissen, dass sie sich bei Pflegemissständen an ihn wenden können. Jost bedauert, dass der bereits vor zwei Jahren von der FPÖ eingebrachte Antrag auf Installierung eines Pflegeanwaltes von LhStv. Peter Ambrozy und der SPÖ im Sozialausschuss blockiert wird, indem er einfach nicht mehr auf die Tagesordnung gesetzt wird.

Weiters tritt Jost dafür ein, dass die sieben gerichtlich beeideten Sachverständigen für Krankenpflege in den Reihen des Kärntner Berufsverbandes der Pfleger, des Institutes für Gesundheits- und Krankenpflege (IGK), regelmäßig Kontrollen in privaten und öffentlichen Pflegeheimen durchführen. "Das könnte man in kürzester Zeit in Form eines Werkvertrages durchführen. Die FPÖ hat bereits einen entsprechenden Antrag im Landtag gestellt." Die Kontrolle durch diese Sachverständigen wäre effizient und überdies weitaus preisgünstiger als wenn das Land zusätzliche Bedienstete aufnehmen würde, so Jost abschließend.

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