Gewerkschaft: Frächter wollen in der Illegalität bleiben

Kollektivvertrags-Verhandlungen unterbrochen

Wien (HTV/ÖGB). Nur wenige Monate nach dem Frächterskandal wollen die Arbeitgeber bestehende Gesetze über den Kollektivvertrag aushebeln. Die Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr (HTV) hat daraufhin die Kollektivvertrags-Verhandlungen unterbrochen.++++

Laut Gesetz und Kollektivvertrag ist den Fahrern die gesamte Einsatzzeit abzüglich einer einstündigen Essenspause zu bezahlen. Die Frächter haben sich oft nur dann daran gehalten, wenn die Gewerkschaft mit einer Klage beim Arbeitsgericht gedroht hat. Seit dem Auffliegen des Frächterskandals prüfen nun auch auf Druck der Gewerkschaft HTV die Gebietskrankenkassen verstärkt die Einhaltung dieser Bestimmung. Bei der Kollektivvertragsrunde für den Bereich Güterbeförderung bestehen nun die Frächter auf eine Änderung dieser Regelung.

Georg Eberl, Bundesfachsekretär der Gewerkschaft HTV: "Die Frächter wollen ihre illegalen Praktiken nun über den Kollektivvertrag legalisieren. Da spielen wir nicht mit."

Jahrelang hat die Gewerkschaft auf die illegalen Praktiken der Frächter, ihre Fahrer mit Pauschalen oder Kilometergeld abzuspeisen, aufmerksam gemacht. Erst nach Auffliegen des Frächterskandals werden die Praktiken auch von den Gebietskrankenkassen und den Behörden verstärkt kontrolliert. Eberl: "Gelernt haben die Frächter aus dem Skandal offensichtlich nichts."(ff)

ÖGB, 03. Dezember 2002
Nr. 931

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Franz Fischill
Tel. (++43-1) 534 44/510 DW
Mobil: 0699/19 42 08 74
Fax: (++43-1) 533 52 93
http://www.oegb.or.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001