Kulturstadtrat: Untersuchung zur Förderung Freier Gruppen

Wien (OTS) - Im Einvernehmen mit dem Kultursprechern der im Gemeinderat vertretenen Parteien beauftragte am Dienstag Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny die Theaterfachleute Anna Thier, Günter Lackenbucher und Uwe Mattheiß mit einer Untersuchung zur Lage des Freien Theaters in Wien und zur Ausarbeitung eines Konzepts zur Reform der Förderung Freier Gruppen durch die Gemeinde Wien.

Die mit der Studie betraute Arbeitsgruppe wird der Kulturabteilung der Stadt und dem Kulturausschuss des Gemeinderates Vorschläge zu einer solchen Reform unterbreiten. Ziele einer Reform der Förderung Freier Gruppen sind unter anderem:

o eine klare Standortbestimmung des Freien Theaters innerhalb der "Wiener Theaterlandschaft"
o zeitgemäße Förderkriterien und ihre Nachvollziehbarkeit für Antragsteller und Öffentlichkeit
o Einheitlichkeit und Transparenz im Vergabeverfahren
o Planungs- und Budgetsicherheit durch Vorlaufzeiten, die den produktionstechnischen und dispositionellen Zwängen angepasst sind
o die Möglichkeit, die Förderpraxis nach Maßgabe der gewonnenen Erkenntnisse weiterzuentwickeln****

Die bislang gehandhabte Einteilung in Sparten wie Sprechtheater, Musiktheater, Tanz, Kindertheater oder Interdisziplinäres entspricht immer weniger der Logik zeitgenössischer künstlerischer Produktion. Die mit der Studie betraute Arbeitsgruppe wird daher Vorschläge für eine spartenübergreifende Reform der Förderung Freier Gruppen vorlegen.

Derzeit diskutierte Reformansätze verfolgen das Ziel, das Förderungsverfahren transparenter zu gestalten und seine Kriterien in der praktischen Anwendung für alle Beteiligten durchschaubarer zu machen. Es sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine innovative und prozessorientierte Theaterarbeit weiter ermöglichen und die Funktion des Freien Theater als Entwicklungs- und Alternativstätte zu den institutionalisierten Bühnen festigen.

Die Studie wird die einzelnen Modelle und Konzepte auf ihre zu erwartende Wirkung auf die Theaterpraxis hin untersuchen, Erfahrungen mit Fördermodellen aus dem europäischen Umfeld - auf nationaler wie internationaler Ebene - anhand ausgewählter Beispiele miteinbeziehen, um abschließend der Politik möglichst praktikable Reformvorschläge an die Hand zu geben.

Die Untersuchung soll Zukunftsperspektiven für das kollektive Projekt "Freies Theater" unter veränderten gesellschaftlichen und künstlerischen Voraussetzungen aufzeigen. (Schluss) sas

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