"Kleine Zeitung" Kommentar: "Alles nur Gerede" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 03.12.2002

Graz (OTS) - Gleich nach der Wahl stellten sich SPÖ und Grüne trotzig: Soll die ÖVP mit ihrer Mehrheit doch bleiben, wo der Pfeffer wächst: Wir verhandeln nicht mit ihr und treiben sie in Schwarz-Blau.

Für die SPÖ betete Josef Cap eine ganze Litanei herunter, was die ÖVP alles versprechen müsse, bevor man sich überhaupt mit ihr an den Tisch setzen wolle.

Die Grünen stellten sogar die "Bedingung", die ÖVP dürfe nicht auch mit der hässlichen FPÖ verhandeln, wenn sie mit den edlen Grünen reden wolle. Überhaupt gehe es nicht um Verhandlungen, sondern nur um "Sondierungen".

Alles Gerede! Aus dem Sich-Zieren ist, wie zu erwarten war, Konkurrenz geworden:

Die SPÖ begnügt sich inzwischen mit einem "Kassasturz". Für sie ist freilich die Entscheidung zwischen Regierung und Opposition am schwersten und riskantesten.

Die Grünen finden nun sogar, dass eigentlich sie und nicht die SPÖ der richtige Partner für die ÖVP wären. Sie spüren (höchst legitim, denn dazu sind sie in der Politik!) schon den Vorgeschmack der Macht.

Nur die FPÖ ist bescheiden. Sie will sowieso und wäre heilfroh, wenn sie die ÖVP überhaupt noch einmal nimmt. ****

Rückfragen & Kontakt:

Kleine Zeitung
Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035, 4047
redaktion@kleinezeitung.at
http://www.kleinezeitung.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ0001