Sausgruber: Unser Ziel ist Ökologie und Hochwasserschutz

Erstellung des Entwicklungskonzepts Alpenrhein beginnt

Chur/Bregenz (VLK) – Unter Vorsitz von Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber tagten am Montag in Chur
die Internationale Regierungskommission Alpenrhein (IRKA)
und die Internationale Rheinregulierung (IRR). Hauptinhalt
der Konferenz war das "Entwicklungskonzept Alpenrhein",
durch das, so Sausgruber, "Ökologie und Hochwasserschutz am Alpenrhein langfristig vereint werden sollen". Sausgruber:
"Dadurch ist dieses Projekt für den ganzen Alpenraum von Bedeutung". ****

IRKA-Vorsitzender LH Sausgruber sieht im Konzept die
Chance, "die vielen Nutzungsinteressen am Alpenrhein zu
vereinen". Eine konkrete Antwort aus dem Konzept erwartet
sich Sausgruber etwa auch "zur besseren Vorhersage extremer Hochwasser-Ereignisse". Sausgruber: "Erst vor zwei Wochen
war es bekanntlich zum größten November-Hochwasser
gekommen, das am Alpenrhein je gemessen wurde", obwohl
allein die Kraftwerke in Graubünden fast 30 Millionen
Kubikmeter Wasser zurückhielten oder ableiteten.

Alpenrhein: Vielfältige Nutzungen und Anforderungen

Hochwasserschutz ist laut Sausgruber bei weitem nicht
die einzige Anforderung an den Alpenrhein. Ökologie, Schutz
des Grundwassers, Energie, touristische Nutzung,
Raumplanung – das sind nur einige der Themenfelder. Diese unterschiedlichen Anforderungen werden im
Entwicklungskonzept Alpenrhein erstmals gemeinsam
bearbeitet.

Gerade Themen wie Ökologie und Hochwasserschutz sind gar
nicht so unvereinbar, wie man das auf den ersten Blick
meinen könnte. Eine Aufweitung des Flussprofils zum
Beispiel kommt der Umwelt und dem Hochwasserschutz zu Gute.
Eine ausgewogene Lösung zwischen allen legitimen Interessen
zu finden und bis Ende 2004 vorzuschlagen, ist Aufgabe der
Experten.

Experten und Betroffene erarbeiten konkrete Massnahmen

Innerhalb von zwei Jahren entsteht am Alpenrhein das
erste langfristige fachübergreifende Entwicklungskonzept.
Das Planungsteam umfasst renommierte Experten aus allen Fachrichtungen und den vier Anrainerländern. Projektleiter
Klaus Michor versichert: "Wir machen kein Konzept für die Schublade, wir planen konkrete Massnahmen."

Das Projektteam besteht aus Spezialisten für Flussbau, Geschiebehaushalt, Hydrologie, Gewässerökologie, Wasserbau, Energienutzung und Raumplanung. Bis Mitte 2003 wird eine
Analyse des Ist-Zustands, bis Ende 2003 ein Leitbild und
bis Ende 2004 ein detaillierter Massnahmenplan erstellt. An Gesamtbudget steht für das Konzept eine Million Schweizer
Franken zur Verfügung.

Von Domat/Ems bis zum Bodensee: Öffentlichkeit eingebunden

In die Arbeit am Entwicklungskonzept werden auch Anrainergemeinden, Umweltorganisationen und andere
betroffene Gruppen wie Landwirtschaft und Fischer (über
eine begleitende Plattform) einbezogen.

Untersucht werden die 90 Kilometer lange Strecke vom Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein bei Domat/Ems
(Kanton Graubünden) bis zum Bodensee. Auftraggeber sind
die IRKA und die IRR.

November-Hochwasser belegt aktuell Bedeutung des Konzeptes

Laut Sausgruber beobachten die Experten schon jetzt,
dass Hochwasser-Extremereignisse immer häufiger auftreten.
Bei einem Katastrophen-Hochwasser, wie es heuer an Elbe und
Donau auftrat, wäre im Alpenrheintal mit Schäden von
mehreren Milliarden Euro zu rechnen. Das
Entwicklungskonzept Alpenrhein wird deshalb untersuchen,
wie der Hochwasserschutz am wirkungsvollsten verbessert
werden kann.

Auch IRR-Vorsitzender Dölf Gmür sieht im jüngsten November-Hochwasser "einen Beweis für die Notwendigkeit,
die bestehenden Planungen zu aktualisieren". Sausgruber und
Gmür sind sich einig: Hochwasserschutz hat Vorrang, in
vielen Fällen sind ökologische Interessen und
Hochwasserschutz zu vereinbaren. Manche Projekte kommen
beiden Anliegen zugute.

Das Projektteam sieht als Hauptaufgabe nun, "eine fachübergreifende Gesamtschau der Situation zu erarbeiten". Absehbar sind für Benno Zarn schon jetzt Probleme etwa mit
der Eintiefung der Flusssohle, durch den Schwallbetrieb der Kraftwerke und die Verengung im untersten Abschnitt. Auch
das Ziel hat Zarn klar vor Augen: "Wir wollen
Verbesserungen bei Ökologie und Hochwasserschutz erreichen,
ohne die nachhaltige Nutzung der Ressource Wasser
wesentlich einzuschränken".

Weitere Informationen im Internet unter
www.alpenrhein.net oder via E-Mail info@alpenrhein.net
(pam,nvl)

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