Neue Autos weiterhin gefährlich für Fußgänger!

Die letzten EuroNCAP-Tests zeigen keine wesentlichen Verbesserungen. Das KfV fordert gemeinsam mit dem ETSC von der EU-Kommission verbindliche Normen.

Wien (OTS) - Das Karosseriedesign eines Autos entscheidet nicht
nur über Gefallen und Nichtgefallen beim Kunden, sondern im Falle eines Unfalles unter Umständen auch über Tod oder Leben von Fußgängern und Radfahrern.

Unabhängige Verkehrssicherheitsexperten aus ganz Europa fordern seit Jahren, das für die Kfz-Industrie verpflichtende Crashtestprogramm um Fußgänger- und Radfahrersicherheitstests zu erweitern. So ist auch der Europäische Verkehrssicherheitsrat ETSC (European Transport Safety Council), ebenso besorgt über die letzten Fußgängertestresultate. Vor wenigen Tagen wurden die neuesten Ergebnisse des Europäischen Programms zur Bewertung von Neufahrzeugen EuroNCAP (European New Car Assessment Programme) veröffentlicht. Neue Autos präsentieren sich weiterhin sehr aggressiv gegenüber ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Die Ergebnisse zeigen klar, dass bei der Verbesserung der Konstruktion von Fahrzeugfronten zum Schutz von Fußgängern und Radfahrern noch großer Handlungsbedarf besteht.

Zum Schutz der Schwächsten: Weg mit den "Kuhfängern"
Gerundete Fahrzeugformen und die Vermeidung von scharfen Kanten haben in der Vergangenheit zur Reduktion der erwarteten Unfallschwere beigetragen, aber noch immer lässt die Verformbarkeit von einzelnen Teilen bei Unfällen zu wünschen übrig. Beispielsweise können Frontschutzbügel von Geländeautos, sogenannte "Kuhfänger" oder "Bull Bars", die nur als optischer Aufputz dienen und in unseren Breiten keine technische Funktion haben, gerade bei Fußgänger-Kollisionen die Unfallschwere drastisch erhöhen. Auch die wenigsten Stoßstangen und Motorhauben, die einen Großteil der Verletzungen verursachen, verformen sich in geeigneter Weise, um Verletzungen zu vermeiden oder deren Schwere zu vermindern.

10 Todesopfer im Straßenverkehr während der vergangenen Woche, davon 7 am Wochenende:
Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 5 Pkw-Insassen (davon 5 Lenker), 1 Moped-Lenker, 1 Moped-Mitfahrer und 3 Fußgänger ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nichtangepasste Fahrgeschwindigkeit (5), Überholen (1) und Fehlverhalten Fußgänger (1) festgestellt werden. Bei 2 Verkehrsunfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. 2 Fußgänger kamen durch Fremdverschulden ums Leben. Alkoholisierung war bei einem Verkehrsunfall Mitursache. 1 tödlich verletzter Fahrzeuginsasse war nicht angegurtet. Einer der 9 Verkehrsunfälle war ein Alleinunfall. 1 Fahrzeuglenker beging Fahrerflucht.
Vom 1. Jänner bis zum 1. Dezember dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 855 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende Oktober), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 891 Menschen tödlich.

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