Aktienforum: Aktive Kapitalmarktpolitik fortgesetzen!

Perspektiven des österreichischen Kapitalmarktes aus Sicht des Aktienforums

Das Aktienforum, die Interessenvertretung österreichischer börsenotierter Unternehmen und Plattform zur Förderung des Kapitalmarktes, zieht eine positive Bilanz der Kapitalmarktpolitik der letzten Jahre. Insbesondere durch die Ernennung eines Regierungsbeauftragen für den Kapitalmarkt wurde diesem Thema eine angemessene Beachtung eingeräumt.

Durch die Vorhaben der Europäischen Union einen integrierten Kapitalmarkt zu schaffen, erhöht sich auch der Druck in Österreich weitere maßgebliche Schritte zu setzen. Eine aktuelle Studie der EU zeigt, dass die Integration der Finanzmärkte positive Effekte auf das Wirtschaftswachstum haben kann.

Länder mit einer mittelständischen Wirtschaft, wie eben auch Österreich, sollten daher überdurchschnittlich vom gemeinsamen Kapitalmarkt profitieren können. Den KMU sind Finanzierungsquellen jenseits des Bankkredits, die Großunternehmen auch international zugänglich sind, bisher oft verschlossen geblieben.
Eine Integration des österreichischen in den europäischen Kapitalmarkt wird aber nur Erfolg haben, wenn die Vorraussetzungen geschaffen werden, dass internationale Investoren diesen Markt auch wahrnehmen. Der Ansatz des österreichischen Aktionsplanes von "Mehr Volumen" und "Mehr Vertrauen" geht daher in die richtige Richtung.

Trotz vieler positiver Schritte in den vergangenen Jahren (Börsereform, Etablierung der BWA, Abschaffung der BUSt,...) ist die Ausgangsposition der österreichischen Risikokapitalmärkte weiterhin schlecht. Bei den wesentlichen Kennzahlen (Börsekapitalisierung und Venture Capital Investitionen im Verhältnis zum BIP) liegt Österreich auf dem letzten bzw. vorletzten Platz innerhalb der EU. Auch bei den durchschnittlichen Eigenkapitalquoten der Unternehmen befindet sich Österreich nur im hinteren Drittel (Platz 11), wobei hier vor allem das starke Gefälle zwischen Groß- und Kleinunternehmen negativ auffällt. In der letzten Gruppe liegt Österreich auch wieder nur auf dem vorletzten Platz.

Auch auf Grund der langjährigen Überzeugungsarbeit des Aktienforums hat die Politik die Bedeutung des Kapitalmarktes als Standortfaktor erkannt. Die internationalen Trends, wie z.B. Basel II, haben dieses Bewusstsein verstärkt.

Um die Herausforderungen bestehen zu können sieht das Aktienforum folgende Punkte des österreichischen Aktionsplanes als oberste Prioritäten an:

1. "Mehr Vertrauen"
* Corporarte Governance leben: Die Mehrheit der österreichischen Unternehmen sollten bis Ende 2003 die wesentlichen Vorgaben des Corporate Governance Kodex erfüllen bzw. sich dazu bekennen.

* Information: Das Bedürfnis der Öffentlichkeit nach nachhaltiger und objektiver Information ist rasch abzudecken. Insbesondere der ORF ist dabei aufgerufen seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag nachzukommen und eine der Bedeutung des Themas entsprechende Berichterstattung, nach Vorbild deutscher Stationen, einzurichten. Die Aktivitäten privater Initiativen wie der Kapitalmarktagentur oder des Aktienforums sind hier nur als Ergänzungen und Vertiefungen des Themas zu sehen.

2. "Mehr Volumen"
* Steuerliche Diskriminierung von Eigenkapital abbauen: Einer der wesentlichen Gründe für den schwach entwickelten Eigenkapitalmarkt in Österreich ist die steuerliche Behandlung. Die Abschaffung der Gesellschaftssteuer und der Ausbau der steuerlichen Abzugsfähig der Eigenkapitalverzinsung sind daher unerlässlich.

* ÖIAG Beteiligungen reduzieren: (Internationale) schätzen Staatsbeteiligungen an Unternehmen überhaupt nicht. Der Staat hat sich daher aus allen Beteiligungen, mit denen keine Grundbedürfnisse abgedeckt werden, mittelfristig zurückzuziehen. Dieser Rückzug soll entweder durch eine breite Streuung beim Publikum oder durch Verkauf an einen Kernaktionär, der langfristige Interessen mit dem Unternehmen verbindet, vorgenommen werden.

* Zukunftsvorsorge fixieren: Der Aufbau einer dritten Säule der Pensionsvorsorge ist unerlässlich. Die Finanzierung der Pensionen mit den Finanzierungsbedürfnissen der österreichischen Unternehmen zu decken ist standortpolitisch und volkswirtschaftlich sinnvoll. Um diese Säule rasch tragfähig zu machen, ist es daher notwendig die genaue Regelung ehestmöglich zu fixieren.

* Venture Capital Markt stärken: Börse und vorbörsliche Finanzierungsmärkte sind wie siamesische Zwillinge zu sehen. Der eine Markt kann ohne den anderen schwer bestehen. Daher müssen auch in diesem Bereich parallel Maßnahmen (z.B. Flexibilisierung der Veranlagungsvorschriften für Pensionskassen und MVKs) gesetzt werden. Das Aktienforum wird daher die neue Bundesregierung insbesondere im Hinblick auf ihre Kapitalmarktpolitik beurteilen.

Neuauflage des Handbuch Börsegang - Das einzigartige Leitfaden zur Unternehmensfinanzierung erscheint zum 2. Mal

Im Jahr 2000 hat das Aktienforum das "Handbuch Börsegang" zum ersten Mal herausgebracht. Der Erfolg dieses Buches und aktuelle internationale Trends wie z.B. Basel II hat das Aktienforum dazu bewogen eine zweite überarbeitete Fassung dieses Buches herauszugeben. Die 1. Auflage von 2000 Stück ist seit gut einem halben Jahr restlos vergriffen.

"Auch in schlechten Börsezeiten muss für langfristig orientierte Unternehmensführer Kapitalmarktfinanzierung ein Thema sein. Mit unserem Buch wollen wir einen breiten Überblick über die moderne Unternehmensfinanzierung geben. Gerade in Vorbereitung auf Basel II ist der richtige Mix von Eigen- und Fremdkapital entscheidend", so Mag. Fichtinger, Geschäftsführer des Aktienforums und Verleger des Buches anlässlich der Präsentation.

Im Handbuch Börsegang - Alternativen der modernen Unternehmensfinanzierung behandelt Fr. Dr. Karin Poppmeier-Reisinger nicht nur ausführlich das Thema Börsegang, sondern stellt auch kompetent und praxisnah die wichtigsten rechtlichen, steuerlichen und organisatorischen Aspekte weiterer alternative Finanzierungsformen wie Private Equity oder Corporate Bonds vor.
Neu hinzugekommen ist auch z.B. ein Kapitel über Methoden der Unternehmens-bewertung. Ebenso wurden die aktuellen Entwicklungen am österreichischen Kapitalmarkt (Einführung des Primemarket an der Wiener Börse, Österreichischer Corporate Governance Kodex oder die Emittenten-Compliance Verordnung) in die Neuauflage eingearbeitet.

Vorworte von Dr. Richard Schenz (Regierungsbeauftragter für den Kapitalmarkt), Dr. Hellmut Longin (Präsident des Aktienforums) und Falk Strascheg (Managing Partner bei EXTOREL) drücken die Anerkennung für dieses einzigartige Handbuch zur modernen Unternehmensfinanzierung ebenso aus, wie die bereits signalisierte Nachfrage nach diesem Buch.

Das Buch ist diesmal in einer Auflage von 3.000 Stück erschienen und kann direkt über das Aktienforum zum Einzelpreis von € 52,90 (inkl. USt. und Versandkosten) bestellt werden. Details zum Buch findet man unter www.aktienforum.org

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Markus Fichtinger
Geschäftsführer des Aktienforum-
Österreichischer Verband f. Aktien-Emittenten und
-Investoren
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Fax: + 43 1 71135 DW 2762 od. 2923
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