"Neues Volksblatt" Kommentar: "Haiders Fan-Klub" (Von Michaela Ecklbauer)

Ausgabe vom 2. Dezember 2002

LINZ (OTS) - Fast zwei Drittel ihrer Wähler hat die FPÖ aufgrund interner Streitigkeiten, die von vielen Seiten an die Öffentlichkeit getragen wurden, am 24. November verloren. Kommenden Sonntag soll auf einem Sonderparteitag in Salzburg ein Neubeginn gestartet werden. Ob mit dem haidergetreuen Herbert Haupt oder vielleicht dem haidergeschassten Norbert Gugerbauer, darüber scheiden sich derzeit noch die Geister.
Mit hundertprozentiger Sicherheit aber nicht mit der zurückgetretenen Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, die Haiders tägliche Stimmungsschwankungen ziemlich satt hat: "Die FPÖ muss mehr sein als ein Fan-Klub", stellte sie nun unmissverständlich klar. Auch die Frage, ob es die Partei durch das Auftreten eines Gegenkandidaten endgültig zerreißt, wird in der FPÖ unterschiedlich bewertet. Haupt hält einen Kontrahenten für eine Bereicherung, Prinzhorn fürchtet eine Spaltung. Und Jörg Haider sorgt wieder einmal für Verwirrung. Er verlässt die Krisensitzung in Klagenfurt vorzeitig und lässt ausrichten, dass er für einen Neustart mit Haupt eintrete. Er schließe aber nicht aus, notfalls die Partei selbst zu übernehmen, bevor sie in falsche Hände gerate. Das Vernünftigste wird wohl sein, Haider zieht sich mit seinem Fan-Klub zurück und belästigt die Österreicher nicht länger.

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