"Kleine Zeitung" Kommentar: "Anti-Knittelfelder" (Von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 30.11.2002

Graz (OTS) - Ein Manifest kursiert in der Partei. Es soll bereits hunderte Unterschriften geben und die Gegenrevolution gegen die Putschisten von Knittelfeld einleiten.

Der Adressat der Kampfschrift wird namentlich nicht genannt, doch ist jedem klar, wer gemeint ist: Jörg Haider.

So wird die "Menschen verachtende Diktatur" im Irak verurteilt, der "sorgsame Umgang mit Spesenbudgets" eingemahnt und eine "Diskussionsverweigerung durch das Instrument des Personenkults" abgelehnt.

Nicht nur die Mehrheit außerhalb, sondern auch innerhalb der FPÖ stimmt diesen Sätzen zu. Sich jedoch bloß als die Anti-Knittelfelder zu formieren, wird nicht reichen, um den "glaubwürdigen Neubeginn im starken Dritten Lager" herbeizuführen.

Es muss auch eine Person vor den Vorhang. Normber Gugerbauer, der für Haider den Umsturz auf dem Innsbrucker Parteitag generalstabsmäßig vorbereitet hat, verfügt über die Statur, den Landsknechten des ausgelaugten Bärentalers Paroli zu bieten. Er selbst muss in den Ring oder ein Kaliber seiner Gewichtsklasse aufbieten.

Sonst tritt beim Parteitag in Salzburg ein Reißwolf auf, der auch das Manifest der Anti-Knittelfelder zerfetzt. ****

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