Preis-Leistungsverhältnis bei privaten Girokonten in Österreich deutlich günstiger

Privater Zahlungsverkehr in Österreich erheblich defizitär

Wien (PWK 868)- Unter Einbeziehung aller Ertragskomponenten besteht bei privaten Girokonten trotz großer Rationalisierungserfolge mit 152 Mio. Euro nach wie vor ein erhebliches Defizit, stellt Herbert Pichler, Geschäftsführer der Bundessparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Österreich zum neuesten AK-Girokonten-Test fest.

Die erst vor kurzem veröffentlichte Analyse des international renommierten Beratungsunternehmens McKinsey bestätigt die Bemühungen der österreichischen Kreditinstitute, trotz höherer Kosten, die durch weitere Steigerung der Kontenanzahl und der Transaktionen sowie durch die Euro- und Jahr 2000-Umstellung verursacht wurden, vor allem durch wirksame Rationalisierungen Verbesserungen im defizitären privaten Zahlungsverkehr erreicht zu haben. Die Studie ergab für Österreich wieder ein deutlich günstigeres Preis-Leistungsverhältnis im privaten Zahlungsverkehr im Vergleich zu unseren Nachbarstaaten Deutschland und Italien. Gleichzeitig wird aber angesichts dieser Unterdeckung auf einen dringenden Handlungsbedarf hingewiesen. Gegenüber Deutschland, wo im Zahlungsverkehr ein Deckungsgrad von 99,5 % erreicht wird, und Italien, wo deutliche Überschüsse vor allem durch höhere Kontopreise erzielt werden, liegt Österreich mit einem Kostendeckungsgrad von 86 % jedoch klar zurück.

Die McKinsey-Studie bestätigt weiters, dass durch Investitionen in den Serviceumfang und den Kundenkomfort im Zusammenhang mit Zahlungsverkehrsdienstleistungen die Servicepalette weiter ausgebaut und verbessert wurde.

Angesichts dieses Defizits im Bereich des privaten Girokontos ist darauf hinzuweisen, dass ein Entfall oder eine Reduktion von einzelnen Ertragskomponenten zweifellos Auswirkungen auf Preise für andere Zahlungsverkehr-Leistungen haben müsste.

Darüber hinaus stellt Pichler fest, dass ständig neue Forderungen bzw neue Verpflichtungen auch neue Kosten bedeuten, die letztlich abgegolten werden müssen.

So trifft die EU-Verordnung, wonach die Konditionen des kostenintensiven Auslandszahlungsverkehrs ab Mitte 2003 an die Bedingungen im Inlandszahlungsverkehr angeglichen werden müssen, Österreich auf Grund dieser Unterdeckung im privaten Zahlungsverkehr mit ca 70 Mio. Euro zusätzlich. (RH)

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