Weninger zum Welt-Aids-Tag: Aufklärung wichtiger denn je

5,62% aller Erkrankten in NÖ - Dunkelziffer vermutlich weit höher

St. Pölten (SPI) - Zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember wird wieder einmal darauf hingewiesen, dass AIDS immer noch - auch in Europa -eine große Bedrohung darstellt. "Und inzwischen hat die Epidemie die Ballungszentren verlassen: Während die Situation der Labors in den Großstädten stabil sei, berichten Labors in ländlichen Gegenden von ständigen Zuwächsen", so der Jugendsprecher der SPÖ im NÖ Landtag, LAbg. Hannes Weninger. Wobei die offiziellen Zahlen für Niederösterreich auf den ersten Blick noch nicht besonders bedrohlich wirken: 123 Personen sind nach Informationen der Aids-Hilfe Wien seit 1983 in NÖ erkrankt (5,62 % aller in Österreich Erkrankten), die Dunkelziffer liegt aber vermutlich viel höher. "Das liegt einfach daran, dass immer noch viele Betroffene lieber die Anonymität der Großstadt Wien suchen. Dort ist es leichter, mit einer gesellschaftlich derart stigmatisierten Krankheit zu leben, als im ländlich dominierten Niederösterreich", meint Weninger dazu.

"Es ist vor allem notwendig, die Bewusstseinsbildung bei Mädchen und Frauen zu stärken, da diese oft die alleinige Verantwortung für Verhütung und Prävention tragen und häufig dazu 'überredet' werden, ungeschützten Geschlechtsverkehr zu haben. Weiters muss dringend kommuniziert werden, dass vor allem unter Alkoholeinfluss das Risikobewusstsein stark sinkt und die Gefahr einer Infektion dadurch steigt", so Weninger. Die am stärksten wachsende Gruppe der HIV-Infizierten sind inzwischen heterosexuelle, nicht-Drogen-spritzende Frauen", so LAbg. Hannes Weninger weiter. Und dabei sei es wichtig, auch auf andere Infektionskrankheiten hinzuweisen, die ebenfalls zu schweren gesundheitlichen Problemen bis hin zum Tod führen können: Hepatitisviren, humane Papillomaviren, Chlamydien.

Es gehe jedenfalls, so Weninger weiter, immer noch darum, HIV und AIDS nicht als abstrakte Bedrohung darzustellen, sondern die für alle bestehenden tatsächlichen Gefahrensituationen aufzuzeigen. Präventionskampagnen seien wichtig und müssen erweitert werden. "Gerade eine Aufklärung für Jugendliche an Schulen und entsprechenden Treffpunkten, an denen sie erreichbar sind, ist besonders wichtig. Dabei muss auf die tatsächliche Lebensweise von Jugendlichen Rücksicht genommen werden. Es kann nicht ignoriert werden, dass sie sexuell aktiv sind, deshalb muss das Hauptaugenmerk auf Aufklärung und der Verhinderung einer Infektion liegen", meint Weninger. Durch Negieren und Abschwächen eines aktiven Sexuallebens von Jugendlichen werde das Risiko einer möglichen Infektion erhöht, da keine Bewusstseinsbildung passiere und sie sich des Risikos oft nicht bewusst seien.

"Die Verharmlosung, die inzwischen stattfindet, hängt einerseits damit zusammen, dass es seit ein paar Jahren die Kombinationstherapie gibt und zu wenig bekannt ist, dass diese zwar eine Behandlung, aber keine Heilung ermöglicht. Andererseits wird AIDS immer noch für ein Problem von Risikogruppen gehalten. Es gibt aber schon lange keine Risikogruppen mehr, es gibt nur Risikoverhalten", so Weninger abschließend.
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