Badelt: Universitäten als "Orte unternehmerischen Denkens"

"Mit Blick auf, aber nicht im Autrag der Wirtschaft": WU-Rektor plädiert bei strategischer Partnerschaft von Universität und Wirtschaft für eine "gute Mischung".

Wien (PWK858) Als "Partner für Innovationen und Partner für den Erfolg von morgen" bezeichnete Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl am Donnerstag vor dem Wirtschaftsparlament in der Wirtschaftskammer Österreich die österreichischen Universitäten. Leitl konnte dabei als deren Vertreter Christoph Badelt, den Rektor der Wirtschaftsuniversität Wien, begrüßen. Im Rahmen eines Vortrages beleuchtete Badelt die Perspektiven einer strategischen Partnerschaft zwischen Universität und Wirtschaft. Dabei plädierte er im Hinblick auf eine solche Partnerschaft für eine "gute Mischung" aus Forschung, Lehre und Weiterbildung "mit Blick auf, aber nicht im Autrag der Wirtschaft".

Vieles in der Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft und den heimischen Universitäten funktioniere gut. Als Beispiele nannte Badelt das Engagement einzelner Unternehmen und der Wirtschaftskammer-Organisation bei der Einrichtung des Lehrstuhles für Entrepreneurship und Gründungsforschung sowie des Lehrstuhles für Transportwirtschaft.

Einiges könne noch intensiviert werden, beispielsweise im Bereich der Möglichkeiten für Studierende, (Auslands-)Praktika zu absolvieren. Weiters sieht Badelt Chancen zur Erweiterung der Zusammenarbeit im Bereich Weiterbildung, "ein Feld, das heute noch sträflich vernachlässigt wird." Er stellte mit der "Corporate University" ein Modell zur innerbetrieblichen Aus- und Weiterbildung zur Diskussion, das seiner Meinung nach "die Chance der klassischen Win-Win-Situation für alle Beteiligten" enthalte.

Badelt sprach sich auch für eine Intensivierung der Partnerschaft zwischen Wirtschaft und Universitäten in der Forschung aus: Derzeit gebe es eher Kooperationen von Universitäten mit Großunternehmen als mit kleinen und mittleren Betrieben. Auch den kleinen und mittleren Unternehmen eine Chance zu geben sei wünschenswert.

Mit Blick auf die Zukunft legte Badelt ein Bekenntnis zu einer ebenfalls "mentalen Partnerschaft" ab: Er sprach sich dafür aus, die Universitäten zu "Orten des unternehmerischen Denkens" zu machen, indem sie "auf das Ergebnis ihrer Arbeit schauen und die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel effizient einsetzen." Badelt sprach sich allerdings dagegen aus, den von ihm ebenfalls gebrauchten Begriff "unternehmerische Universitäten" gleichzusetzen mit "kommerziellen Universitäten".
Im Übrigen sehe er die Finanzierung der Ausbildung - ob mit oder ohne Einbeziehung der Studierenden, Stichwort Studiengebühren - auch in Zukunft als "dominante öffentliche Aufgabe" an. Studiengebühren müssten jedenfalls den Universitäten zur Verfügung stehen, "wo die Studierenden sind." In diesem Zusammenhang forderte Badelt vom Staat die Einhaltung des unternehmerischen Prinzips "Verteilung der Budgetmittel nach Leistungskriterien" vehement ein.

"All sein Sehnen", so der WU-Rektor, sei auf den 1. Jänner 2004 gerichtet, an dem die Universitäten einen noch zu definierenden Geldbetrag erhielten, über dessen Verwendung sie autonom entscheiden könnten. Gegen eine Verschiebung der Reform werde er sich mit aller Kraft zur Wehr setzen. (JR)

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