TV-Premiere für Siegerprojekt des ORF-Drehbuchwettbewerbs 2000 am 4. Dezember

Michael Kreihsl verfilmte Eva Spreitzhofers Erstlingswerk mit Aglaia Szyszkowitz und Richy Müller in den Hauptrollen

Wien (OTS) - Nur drei Wochen lang schrieb die Wiener
Schauspielerin Eva Spreitzhofer während ihrer Karenzzeit an ihrem Erstlingsdrehbuch. Sie hatte zwar kein Ende für ihre Geschichte im Kopf, nur viele Anekdoten und Erlebnisse von Freunden bzw. eigene Erfahrungen, die sie in eine liebenswerte Beziehungskomödie packte und diese unter dem Titel "Tigermännchen sucht Tigerweibchen" beim ORF-Wettbewerb "Drehbuch 2000" einreichte. Die Geschichte über zwei allein erziehende Singles, die das Schicksal in Form von fürsorglichen Freunden und deren kreativen Kontaktanzeigen auf turbulente Art zusammenführt, entwickelte sich erst nach und nach beim Schreiben und ging tatsächlich unter rund 900 Einreichungen als eines der Siegerprojekte des Wettbewerbs, als bestes Drehbuch in der Kategorie Fernsehfilm, hervor (ex aequo mit dem Werk des Autors, Regisseurs und Kameramanns Helmut Wimmer). "Drehbuchschreiben war zwar schon immer etwas, was ich machen wollte, weil ich mir neben meiner Mutterrolle ein zweites Standbein aufbauen wollte. Aber ohne den ORF-Drehbuchwettbewerb hätte ich dieses Buch nie geschrieben", erzählt Eva Spreitzhofer, die unter anderem in ORF-Unterhaltungsserien wie "Die Leute von St. Benedikt" oder in Niki Lists Kinofilm "Helden in Tirol" mitgewirkt hat. Schon im Herbst 2001 verfilmten der ORF und die ARD/DEGETO Spreitzhofers viel versprechendes Drehbuchdebüt, das der Wiener Film- und Theaterregisseur Michael Kreihsl in Szene setzte. "Tigermännchen sucht Tigerweibchen" feiert am Mittwoch, dem 4. Dezember 2002, um 20.15 Uhr in ORF 2 seine TV-Premiere. In den Titelrollen kämpfen sich Aglaia Szyszkowitz und Richy Müller durch die Problemwelt zwischen Frauen und Männern.

Parabel mit Augenzwinkern über Zusammen- und Auseinanderleben

Marlene Singer - Verlagslektorin, geschieden, Mutter einer halbwüchsigen Tochter, lernt Rüdiger Mauskopf, ebenfalls geschieden und Vater eines halbwüchsigen Sohnes, auf Grund eines Inserats kennen. Dieses hat Rüdigers bester Freund Susu aufgegeben, das wiederum Marlenes bester Freund Pauli ohne deren Wissen beantwortet hat. Es beginnt ein turbulenter Hindernislauf der Liebe und der Lügen, zu dem vor allem auch die Kinder der beiden beitragen, die zunächst in ihren Bemühungen, die neue Beziehung zu hintertreiben, erfolgreich scheinen.
"Es entspricht der Realität, dass in den meisten Beziehungen die Partner es schwer haben, wenn Kinder dazukommen. Und dennoch bekommt man Kinder", kommentiert Drehbuchautorin Spreitzhofer, die selbst zweifache Mutter ist, den Hintergrund ihrer Geschichte. Für Regisseur Michael Kreihsl ist "Tigermännchen sucht Tigerweibchen" eine "Parabel mit Augenzwickern darüber, wie das Zusammen- und Auseinanderleben in Städten funktioniert, über die Missverständnisse, die jeder vor sich herträgt, obwohl man direkt sagen könnte, was man will. Doch oft hat man Angst, von dem anderen eine auf den Deckel zu bekommen, so wie es im Film passiert."

Ein Drehbuch von Schauspielern für Schauspieler

Von Eva Spreitzhofers Drehbuch war Kreihsl, der im Dezember vergangenen Jahres für die ORF-Koproduktion "Probieren Sie's mit einem Jüngeren" mit dem Erich-Neuberg-Preis 2001 ausgezeichnet wurde, auf Anhieb begeistert: "Ich bin ja immer skeptisch, wenn auf Drehbuchern Komödie draufsteht. Aber hier stimmte die Konstellation zwischen Situationen und Dialogen einfach. Der Teppich, auf dem sich die Geschichte bewegt, war so sicher, dass man darauf ohne weiters aufbauen konnte." Auch Hauptdarstellerin Aglaia Szyszkowitz war vom Drehbuch und ihrer Rolle sofort angetan: "Ich bekomme sehr viele Drehbücher für Komödien vorgelegt und kann daher sagen, dass dieses Buch etwas Besonderes ist, eine Ausnahme. Es hat einfach einen guten Witz und ausgezeichnete Dialoge. Beim Durchlesen musste ich selbst oft lachen." Auf pointierte Dialoge legte Eva Spreitzhofer, die schon seit der gemeinsamen Schauspielausbildung am Wiener Volkstheater mit Aglaia Szyszkowitz gut befreundet ist, großen Wert: "Als Schauspieler kennt man das ja: Man bekommt ein Drehbuch vorgelegt, liest es durch und möchte am liebsten die Dialoge gleich umschreiben, weil sie unsprechbar sind. Deshalb wollte ich ein Buch schreiben, über das sich Schauspieler und Regisseure freuen, in dem man die Dialoge nicht umschreiben muss." Dabei erfolgte natürlich ein reger Austausch mit Regisseur und Hauptdarstellerin. Szyszkowitz, die ihren Durchbruch als Filmschauspielerin mit der Komödie "2 Männer, 2 Frauen = 4 Probleme" schaffte, dazu: "Eva hat mir sehr früh von diesem Drehbuch erzählt, und auch von der Rolle, die ich spielen könnte. Wir haben dann sehr viel darüber geredet und uns an viele gemeinsame Erlebnisse erinnert." Manches hat in Spreitzhofers Geschichte auch Platz gefunden: So ist die Hauptprotagonistin Marlene eine chronische Schlüssel-Vergesserin und steht oft vor versperrter Wohnungstüre. Zum Glück gibt es da den besten Freund Pauli, der einen Reserveschlüssel hat. "Das Aussperren aus der Wohnung ist ein Tick von mir. Während unserer Schauspielausbildung bin ich deshalb oft vor Evas Tür gestanden."

An der Seite von Aglaia Szyszkowitz und Richy Müller standen für "Tigermännchen sucht Tigerweibchen" außerdem Johannes Silberschneider, Felix Eitner, Ginger Wensky und Stephan Dellgrün vor der Kamera von Oliver Bokelberg. Gedreht wurde die deutsch-österreichische Koproduktion, die von der Berliner teamWorx im Auftrag der ARD/DEGETO in Zusammenarbeit mit dem ORF hergestellt wurde, ausschließlich in München und Umgebung. "Es ist ein seltener Fall, dass ein ausschließlich österreichisches Kreativteam einen Film an ausschließlich deutschen Schauplätzen dreht", betont Regisseur Michael Kreihsl.
Drehbuchautorin Eva Spreitzhofer ist mit der Verfilmung ihres Buches "sehr, sehr zufrieden". Es gibt aber auch einen weiteren Grund um feiern: Gerade erst hat sie ihren zweiten Drehbuchauftrag erhalten.

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