PUNSCH JA - AUTO NEIN

Das vorweihnachtliche "Trinken für den guten Zweck" hat auch seine Nachteile: Alkoholisierte Lenker. KfV fordert verschärfte Kontrollen

Wien (OTS) - Die erst kürzlich vom BM für Verkehr, Innovation und Technologie präsentierte Kampagne "Drink & Drive = Death", die vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) begleitet wurde, will nicht nur provozieren. Das Thema Alkohol am Steuer soll für Diskussion in der Öffentlichkeit und für Bewusstseinsbildung sorgen - vor allem bei jungen Lenkern, an die sich die Kampagne in erster Linie richtet. Der Spot: Zombies, die Gräbern entsteigen, unterhalten sich über ihre Todesursache. Einer der drei war betrunken, als er sich hinters Lenkrad gesetzt hat; die Folge war der kapitale Crash.

83 Alkoholtote prognostiziert das KfV bis zum Jahresende - sollte sich die Getötetenanzahl von September bis Dezember 2002 genauso entwickeln wie im Vergleichszeitraum des Vorjahrs.

Punsch: Unberechenbare Mixtur

In der Zeit der Weihnachtsfeiern und Weihnachtsmärkte ist das Problem alkoholisierter Lenker im Straßenverkehr aktueller denn je. "Nach der Arbeit noch auf ein oder zwei Gläschen Punsch und dann mit dem Auto nach Hause - das kann schnell zur tödlichen Gefahr werden. Vor allem Mixgeräte sind unberechenbar. Auch mit der geläufigen ein Glas Regel besteht keine Garantie, dass die 0,5-Promille-Grenze unterschritten werden kann", warnt Dr. Othmar Thann, Direktor des KfV. Zudem könne nie mit Sicherheit berechnet werden wieviel Promille bei welcher Alkoholkonsummenge erreicht werden, da Faktoren wie Körpergewicht, Trinkdauer, gefüllter Magen, Geschlecht oder Gesundheitszustand eine entscheidende Rolle spielen, weiß der KfV-Chef.

Verschärfte Kontrollen notwendig

"Prinzipiell ist gegen das allgemeine vorweihnachtliche Punschfieber nichts einzuwenden, solange man öffentliche Verkehrsmittel benützt und sich nicht mehr hinters Steuer setzt. Wir hoffen aber, dass die Exekutive ihr Übriges tut und dem Punsch-Boom mit entsprechend verschärften Alkomat-Kontrollen begegnet. Schließlich hat man in Österreich ohnehin nur eine 3-prozentige Chance 'erwischt' zu werden, während in anderen Ländern diese Wahrscheinlichkeit bis zu 40 Prozent liegt", kritisiert Thann.

Erwischt? Führerschein weg - hohe Strafen

Alkohol am Steuer gefährdet Menschenleben und kann Existenzen zerstören. Für viele hat aber (leider) vor allem dieses Argument Schlagkraft: Es ist teuer. Schon ab 0,5 Promille beginnt die Strafbarkeit. Wer mit 1,6 Promille im Blut noch ein Auto lenkt und dabei erwischt wird, muss nicht nur den Führerschein für mindestens vier Monate abgeben, zur Nachschulung - diese senkt übrigens das Rückfallrisiko der Verkehrssünder um 50 Prozent - und verkehrspsychologischen Untersuchung, sondern auch tief in die Tasche greifen. Bis zu 5.813 Euro kostet die Strafe.

Alko-Lenker verhindern - aber wie?

All das muss nicht sein. Will jemand beim vorweihnachtlichen "Trinken für den guten Zweck" eine ihm bekannte Person, die ein paar Gläser zuviel getrunken hat, vom Fahren abhalten, sollte man am besten an die Vernunft appellieren. Ansagen, wie "Du hast ja selber Kinder, was würdest Du sagen, wenn die von einem Alkolenker angefahren werden?" können helfen. Aber auch drastischere Maßnahmen führen zum erwünschten Ziel: Autoschlüssel abnehmen und wenn nichts mehr hilft mit der Exekutive drohen! Laut KfV-Psychologen sind die verhinderten Alko-Lenker am Tag danach meist froh darüber...

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
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