"trend": Seibersdorf laufen Spitzenforscher davon

Aufgrund des schlechten Betriebsklimas wandern im Forschungszentrum Seibersdorf ganze Abteilungen ab

Wien (OTS) - Per Ende November wandern acht Wissenschafter aus dem Bereich Sicherheitstechnik geschlossen zur Firma PKE Electronics AG ab, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Diese Gruppe hat bislang Software für Videoüberwachungen - etwa auf Flughäfen - an PKE geliefert. Als Gründe für diesen Exodus werden ein schlechte Betriebsklima in Seibersdorf und die allgemeine Unsicherheit, wie sich das Forschungszentrum in Zukunft positionieren will, angeführt. "Leider handelt es sich hier um eines unserer Vorzeigeprojekte", bedauert ARC-Betriebsrat Karl-Heinz Aschbacher, "und mit dem Abgang der acht Leute rund um Geschäftsfeldleiter Walter Kuhn ist dieses Feld für Seibersdorf praktisch gestorben."
Mittlerweile trägt sich noch eine weitere Gruppe von ARC-Forschern, die für PKE - ein Spin-Off des Elektronikkonzerns Philips - die ergänzende Hardware entwickelt, mit Abwanderungsgedanken in Richtung PKE.
Auch in anderen Abteilungen gärt es. So beschwerte sich etwa der Leiter des Geschäftsfeldes "Health Physics" jüngst in einem "Offenen Brief an die Geschäftsführung der ARC-Holding": "Es schmerzt, wenn unseren Themen keine Forschungsrelevanz zugebilligt wird. Ich bedauere insbesondere, dass eine derartige Bewertung bei den fähigen Köpfen - den tatsächlichen Leistungsträgern - zu Frustration und Identitätsverlust führen muss."
Helmut Krünes, Vorstandssprecher der Austrian Research Centers in Seibersdorf, ist sichtlich um Schadensbegrenzung bemüht: "Wenn eine ganze Gruppe aus unserem Unternehmen weggeht, ist das sicher kein positives Zeichen. Aber ich habe Gespräche mit den Betreffenden geführt, und dabei hat sich für mich manches eröffnet, was wir dringend besser machen müssen."
Betriebsrat Aschbacher ist das zu wenig: "Unsere Leute müssen endlich wissen, wie es weitergeht. Und da genügt es nicht, Kastln und Organigramme zu zeichnen. Wir brauchen eine lebbare Strategie."

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