Wirtschaftsparlament der Wirtschaftskammer Niederösterreich

Fast forward für Wirtschaftsstandort Niederösterreich!

Wien (OTS) - "Leistung Zukunft: Fast Forward" lautete das Motto
beim Wirtschaftsparlament der Wirtschaftskammer Niederösterreich, welches heute im WIFI St. Pölten abgehalten wurde. Das Arbeitsprogramm 2003 stand dabei im Mittelpunkt.

"Fast Forward" - "mit Volldampf voraus" will sich die Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) im nächsten Jahr vor allem für die Verbesserung der Kapitalstruktur der Niederösterreichischen Unternehmen, die Qualifizierung der Mitarbeiter der Mitgliedsbetriebe sowie für die Hebung der Attraktivität des Wirtschaftstandortes Niederösterreich stark machen. Als Beleg für dessen Krisenfestigkeit führte WKNÖ-Vizepräsident Kurt Trnka die stetig wachsende Zahl der Mitgliedsbetriebe der blaugelben Wirtschaftsvertretung ins Treffen. Diese ist von 72.790 mit Ende des Vorjahres auf bis dato 75.422 gestiegen, was einer Zuwachsrate von 3.6 Prozent entspricht. Die Zahl der in der gewerblichen Wirtschaft Beschäftigten beläuft sich derzeit auf über 370.000. Größter Arbeitgeber sind die klein- und mittelständischen Betriebe (KMU). So beschäftigt das Gewerbe und Handwerk über 115.000 Mitarbeiter, danach folgen Industrie und Handel. Die wohl größte Achillesferse der KMUs ist deren chronische Eigenkapitalschwäche. Die niedrigere Besteuerung des nichtentnommenen Gewinnes bleibt daher eine der zentralen Forderungen der Wirtschaftskammer Niederösterreich. Vizepräsident Trnka macht auch darauf aufmerksam "dass in den nächsten zehn Jahren zwanzig Prozent aller Arbeitsplätze in Niederösterreich im mittelständischen Bereich durch Betriebsübergaben betroffen sind!".

Da Betriebsübernehmer im Schnitt erfolgreicher sind als Neustarter, seien steuerrechtliche Erleichterungen in diesem Bereich, so Trnka, besonders wichtig. So soll u.a. der Freibetrag bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer im Falle von Betriebsübernahmen von 400.000 Euro auf 1.000.000 Euro angehoben werden.

"Da ein gesundes Land gesunde Betriebe braucht", so Vizepräsident Trnka, gelte es weiters jede Art von unnötigen Investitionsbremsen für die Wirtschaft so schnell wie möglich zu beseitigen. Deshalb fordert das blaugelbe Wirtschaftsparlament die Abschaffung der Kreditvertragsgebühr, welche derzeit in der Höhe von 0,8 bzw. 1,6 Prozent vom Kreditbetrag eingehoben wird. Zur Verdeutlichung: Bei einem angenommenen 200.000 Euro Kredit mit sechsjähriger Laufzeit beträgt allein die Kreditvertragsgebühr stolze 3000 Euro .

Hochwasserschadensbilanz

In seinem Geschäftsbericht befasste sich Dr. Franz Wiedersich, Direktor der Wirtschaftskammer Niederösterreich, auch mit der Abwicklung der Wirtschaftskammer-Hochwasser Soforthilfe-Aktion: "Da wurde ganze Arbeit geleistet!". Wie stark die niederösterreichische Wirtschaft von der Flutkatastrophe in Mitleidenschaft gezogen wurde, zeigt die jetzt vorliegende Bilanz: Insgesamt gibt es genau 1.100 hochwassergeschädigte Betriebe, die Gesamtschadenssumme macht über 138 Millionen Euro aus! Über 125.000 Euro beträgt dabei der durchschnittliche Schaden. Aus dem Topf der WK-Soforthilfe (Wirtschaftskammer Niederösterreich, Wirtschaftskammer Österreich und Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft) sind über 8 Millionen Euro an die geschädigten Betriebe ausbezahlt worden. Vizepräsident Trnka dankte in diesem Zusammenhang den "über 40 Mitarbeitern und Funktionären des Hauses, welche seit Beginn des Hochwassers rund um die Uhr im Einsatz gewesen sind".

KWK Zuschlag geht in zweite Runde

Der Kampf gegen den in Niederösterreich eingehobenen Wiener KWK-Zuschlag geht in die zweite Runde: Obwohl sich der von Wirtschafts- und Arbeiterkammer Niederösterreich mit der Angelegenheit befasste Verfassungsgerichtshof in der Frage für unzuständig erklärte, bleibt man in der Wirtschaftskammer gelassen. Beim Verfassungsgerichtsbeschluss handle es sich um kein Urteil, sondern um eine rein formale Entscheidung. Die Erfolgsaussichten für einen Zivilgerichtsprozess zur inhaltlichen Klärung seien nach wie vor sehr gut, betont die Wirtschaftskammer.

Und gerade im Umstand, dass der Verfassungsgerichtshof keine Beschwerde zulässt, sieht Vizepräsident Trnka die Bemühungen der Wirtschaftskammer Niederösterreich in einem anderen Punkt bestätigt:
"Es war auf jeden Fall richtig das Öko-Strom Gesetz zu forcieren!" Mit der ab 1.1.2003 in Kraft tretenden bundesweiten Regelung wird die Belastung für die niederösterreichischen Stromkunden der Wienstrom erheblich reduziert. Mussten diese bisher 0,865 Cent pro Kilowattstunde berappen, so wird die Gebühr ab nächstem Jahr nur mehr 0,2 Cent betragen! Damit verringert sich die Gesamtbelastung um über ein Viertel. Rund 15 Millionen Euro macht insgesamt die jährliche Ersparnis für die niederösterreichischen Verbraucher aus.

Musterschüler beim Sparen!

Sparen ohne Leistungsschmälerung für die Mitglieder hat sich die Wirtschaftskammer Niederösterreich bei der Umsetzung der Kammerreform vorgenommen. Laut Plan, so Direktor Franz Wiedersich, will die WKNÖ in ihrem Bereich in 3 Etappen von 2002 bis 2004 über 8 Millionen Euro bei den Kammerumlagen einsparen, um die Mitgliedsbetriebe anhaltend zu entlasten.

Bei der Erfüllung der Sparvorgaben erweist sich die Wirtschaftskammer Niederösterreich als Musterschüler. Das für nächstes Jahr zu erreichende Planziel wird im Budgetvoranschlag 2003 bereits um mehr als 18 Prozent übererfüllt.

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