Kunst und Bau: Hervorragende Projekte für Fachhochschule

LR Bischof: Zusammenführung von bildender Kunst und Architektur

Dornbirn/Bregenz (VLK) – Landesrat Hans-Peter Bischof präsentierte heute, Montag, die beiden Siegerprojekte des
großen "Kunst und Bau"-Wettbewerbes für die Erweiterung der Fachhochschule Vorarlberg. "Die Projekte von Christoph
Lissy und Swetlana Heger sind völlig unterschiedlich,
stellen aber in ihrer Innen- und Außenwirkung eine
faszinierende Kombination dar", so Bischof. ****

Die unabhängige Jury habe sich für hervorragende
Arbeiten entschieden, freute sich der Kulturlandesrat, über
dessen Initiative es zu dieser wertvollen Zusammenführung
von bildender Kunst und Architektur schon in einem frühen Planungsstadium kam. Für die Umsetzung der künstlerischen Maßnahmen stehen insgesamt 327.000 Euro zur Verfügung.

Bischof erinnerte an seine Intentionen, die er mit den
"Kunst und Bau"-Richtlinien verknüpfte: "Es geht uns darum,
Kunst im öffentlichen Raum gezielt zu fördern, stärker zu verbreiten und vielen Menschen Begegnungsmöglichkeiten mit
Kunst auch außerhalb von Museen zu ermöglichen. Natürlich
ist damit auch eine direkte Unterstützung künstlerischen
Schaffens verbunden." Die Richtlinien sehen grundsätzlich
vor, dass ein Prozent der Nettoerrichtungskosten bei Landeshochbauten für Kunstprojekte eingesetzt werden. Das
große Interesse an diesem Wettbewerb, es wurden 71 Projekte eingereicht, beweist die Richtigkeit dieser Zielvorgabe.
Die Entwürfe haben gezeigt, wie nah bildende Kunst und herausragende Architektur verbunden sind – wie gut diese
beiden Kunstrichtungen zusammen geführt werden können.

Zwei Tage dauerten die Beratungen der Jury (Ruth
Schnell, Univ.-Doz. Gabriele Seifert, Willi Meusburger,
Kurt Burtscher, Werner Grabher, Dietmar Walser und Erwin
Werle vom planenden Architekturbüro sowie ein Vertreter der Fachhochschule). Die Projekte wurden anonymisiert bewertet. Landesrat Bischof sieht es als Beweis für die Qualität der Vorarlberger Künstlerschaft, dass sich schließlich zwei
Arbeiten von heimischen Künstlern durchsetzen konnten.

"Painkiller" von Christoph Lissy

Eine dreiteilige Stahlskulptur aus Stahlplatten (ca.
zehn Meter lang und zwei Meter hoch) wird am Vorplatz der Fachhochschule platziert und vom Künstler Christoph Lissy
mit einem Zitat des amerikanischen Schriftstellers William
S. Burroughs beschrieben. Es handelt sich dabei um dessen
letzten Eintrag in sein Tagebuch vom 30. Juli 1997: "Love?
What is it? Most natural painkiller what there is. LOVE."
Die Dauerhaftigkeit der tonnenschweren Setzung steht wie
ein Manifest innerhalb einer flüchtigen sich ständig
wandelnden Medienrealität, so die Begründung der Jury.

Treasure Island (Schatzinsel) von Swetlana Heger

Das Projekt wird von der Jury in zweierlei Hinsicht als bestechend bezeichnet: Zum einen wird ein öffentlicher Raum
als künstlerische Plattform definiert. Darin entsteht über
mehrere Jahre eine Sammlung von Artefakten, die von der
Künstlerin ausgewählt werden. Die FH-Studenten sind in
diesen prozesshaften Aufbau eingebunden, indem durch
Begegnungen und Auseinandersetzung mit KünstlerInnen und
ihren Werken ein Bezugssystem geschaffen wird. Dadurch wird
ein mehrdimensionales Diskursfeld angesteuert. Das
erweiterte Erfahrungsumfeld kann so als spannende
Bereicherung innerhalb einer vorwiegend
ergebnisorientierten Bildungsinstitution verstanden werden.
Den Abschluss des Projektes bildet ein von den Studenten
über die Jahre hinweg erstelltes Buch, das seinerseits
integraler Bestandteil der Installation/Sammlung wird
"quasi das kollektive Zertifikat der Arbeit".

Besichtigung der Projekte

Die Projekte können noch bis einschließlich Sonntag, 1. Dezember 2002, jeweils von 16.00 bis 20.00 Uhr, im Gebäude
der F.M. Hämmerle Holding AG, Steinebach 13 in Dornbirn,
besichtigt werden.
(hh/gw,nvl)

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