Oberösterreich: Aufbruch zur Bio-Imkerei

Verzicht auf Einsatz synthetischer Wirkstoffe gegen Varroamilbe

Wien (AIZ) - Über 1.300 oberösterreichische Imker sind bereit, einen neuen Weg bei der Bekämpfung der Varroamilbe zu gehen. Das war der Tenor der fünf Varroa-Informationsabende der vergangenen Woche in Oberösterreich. Ab dem nächsten Jahr wollen die Imker auf den Einsatz synthetischer Wirkstoffe verzichten und stattdessen auf die in der Bio-Imkerei erlaubten Methoden des Einsatzes von Ameisensäure und Oxalsäure zurückgreifen. Sie schlagen damit den Weg zur ökologischen Bienenhaltung ein.

Trendwende in der Bienenhaltung eingeleitet

"Natürlich sind es noch einige Schritte bis zur Erfüllung der Produktionsrichtlinien für die ökologische Bienenhaltung. Aber mit der Informationskampagne wurde in Oberösterreich eine Trendwende eingeleitet. Werden unsere Empfehlungen umgesetzt, dann kommen unsere Imker der Bio-Imkerei schon sehr nahe", freut sich Peter Frühwirth, Präsident des OÖ Landesverbandes für Bienenzucht, über die Aufbruchsstimmung. Die Imker sehen die durch die Varroamilbe verursachten Probleme als Ansporn, neue Wege in der Wahl der Bekämpfungsmittel zu gehen. Der nächste Schritt zur Erfüllung der EU-Richtlinien für die ökologische Bienenhaltung sei damit nicht mehr weit.

Der Bienenschädling Varroa ist eine kleine braune circa 1 mm große Milbe, die aus Ostasien in die ganze Welt verschleppt wurde. Sie vermehrt sich in der Brut der Bienenvölker und schädigt dabei die heranwachsenden Bienen. Wird auf die Bekämpfung verzichtet oder ist ihre Wirksamkeit zu gering, gehen die Bienenvölker zu Grunde.

Die oberösterreichischen Imkerei-Fachberater vertieften Mitte November ihr Wissen in der ökologischen oder auch so genannten "Bio-Imkerei". Der Unterschied zur traditionellen Art der Bienenhaltung liegt vor allem in der Betriebsführung: Die Richtlinien der Bio-Imkerei erlauben die Varroabekämpfung nur mit bestimmten, nicht-synthetischen, Wirkstoffen und schreiben den Imkern des weiteren genaue Aufzeichnungen über die Bienenarbeit und den Verkauf der Produkte sowie regelmäßige Kontrollen der Betriebe durch zertifizierte Organe vor.

Garantie für frische Imkereiprodukte aus Oberösterreich

7.500 Imker sichern in Oberösterreich mit rund 95.000 Bienenvölkern die Bestäubung der Obstkulturen und sorgen für eine blühende Landschaft. Typisch ist die traditionelle kleinbetriebliche Struktur, 80% der Imker halten acht Bienenvölker oder weniger. Damit haben die Freunde der Bienenprodukte auch die Sicherheit der Frische und Herkunft, aus der engeren unmittelbaren heimatlichen Umgebung. (Schluss) wol -

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