Ungünstige Wirtschaftslage in Taiwan wirkt sich auf österreichische Exporte aus Utl: Aussichtsreiche Umweltschutzprojekte für Österreich - Niederlassungen als Erfolgsrezept

Wien (PWK849) Taiwan erholt sich 2002 von seiner seit Jahrzehnten ersten Rezession im Jahr 2001 mit einem Minus von 2,18% nur allmählich. "Zwar wurde für heuer ein Wirtschaftswachstum von +3,14% vorausgesagt, allerdings ist die Wirtschaftsentwicklung in der 2. Jahreshälfte aufgrund der mäßigen Konjunktur in den Hauptexportmärkten Taiwans eher gedämpft", berichtet Wolfram Moritz, Handelsdelegierter in Taipei. Erst das 4. Quartal wird entscheiden, ob die Erwartungen erreicht werden können.

"Erwartungsgemäß spiegelt sich diese Entwicklung auch in den österreichischen Exporten nach Taiwan wider", so Moritz. Heuer schlägt sich die Rezession 2001 und die unrunde Wirtschaftsentwicklung 2002 in der Statistik erstmals voll nieder. "In den ersten 8 Monaten 2002 gab es bei den österreichischen Exporten einen Rückgang von 20,7% und bei den Importen aus Taiwan sogar von 29,6 %", stellt der Handelsdelegierte fest.

Trotz der an sich ungünstigen Situation konnten einige österreichische Firmen dem Trend entgegensteuern und schöne Erfolge erzielen. So hat sich die Firma Benda Lutz, ein Parade-Klein- und Mittelbetrieb aus Niederösterreich, als erstes österreichisches Unternehmen überhaupt mit einer Produktion in Taiwan niedergelassen. Ab Ende 2002 werden in Chiayi, Südtaiwan Metallpigmentmischungen, welche in erster Linie in der Farbe- und Lackindustrie Verwendung finden, erzeugt. Eine Produktion vor Ort wurde notwendig, um nicht nur den wichtigen lokalen Markt, sondern auch die umliegenden Absatzmärkte durch die Kundennähe optimal betreuen zu können. EV Group, ein Erzeuger von Ausrüstung für die Halbleiterindustrie, hat ein Joint Venture gegründet, welches seit Oktober operativ ist. Die breite Basis der taiwanischen Kunden in der Halbleiterindustrie, deren Entwicklung in Richtung von Massenproduktion und eine Verbesserung der Serviceleistung waren die Gründe für den Schritt zu dieser Direktinvestion in Taiwan.

Trotz Einbrüchen in der lokalen Halbleiterproduktion kann die Firma SEZ, Hersteller von Ausrüstungen für die Halbleitererzeugung, auf stabile Geschäftsbeziehungen zu den größten taiwanischen Unternehmen dieser Branche verweisen. SEZ-Taiwan ist mit 50 Mitarbeitern inzwischen die größte österreichische Niederlassung in Taiwan.
Im Bereich TFT-LCD Bildschirme ist die Firma Plansee überaus erfolgreich. Dieses Unternehmen ist praktisch Alleinanbieter für Wolfram- und Molybdänlegierungen, welche für die Erzeugung dieser hochwertigen Bildschirme gebraucht werden, und die Geschäftsaussichten werden sehr gut eingestuft.

Weiters verfolgen österreichische Firmen im Bereich Umweltschutz einige wichtige Projekte, so z.B. die Verwertung von Küchenabfällen zur Erzeugung von Biogas, erstmals in Südostasien. Auch im Bereich Tunnel- und Brückenbau ist Österreich aktiv. Vor kurzem wurde eine Straßenbrücke in Taipei eröffnet, welche unter substanzieller Mitwirkung der Firma Vorspanntechnik gebaut worden ist. (pt)

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