"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Sieg und Niederlage (von Manfred Posch)

Ausgabe vom 25.11.2002

Klagenfurt (OTS) - Die Volkspartei im Zenit. Wahlerfolg sondergleichen, 730.000 Stimmen gewonnen! Sozialdemokraten trotz beacht-licher Stimmengewinne klar am Ziel vorbei. Freiheitliche vernichtend geschlagen. Das blaue Lager wurde richtiggehend pulverisiert. Zerbröselt. Und über den kläglichen FP-Resten schwebt noch dazu Spaltungs- und damit weitere Halbierungsgefahr. Mit anderen Worten: Der rechtspopulistischen Bewegung sind, gemessen an den Nationalratswahlen 1999, nicht weniger als 770.000 Wähler abhanden gekommen, das sind "sagenhafte" drei Fünftel!

Im Haider-Land Kärnten, in jener Region also, die im In- und Ausland bislang als "anders" hingestellt worden ist, sind die Verhältnisse nun im gegenläufigen Sinne anders: Der Haider-Effekt wurde hierzulande klar gebrochen; des Landeshauptmannes radikal-autoritärer Kurs hat die FPÖ ins Desaster geführt. Wahlsieger in Kärnten und wieder Nummer eins im Süden Österreichs: die SPÖ.

Einen Absturz wird es sicher nicht geben! Mit dieser Äußerung hat am Vormittag des Wahlsonntags Jörg Haider aufhorchen lassen. Was nun die Frage provoziert, wozu der Altobmann überhaupt noch fähig ist. Derart kümmerliche Bewertungskraft "passt" jedenfalls zu Vermutungen, die zuletzt nicht nur hinter vorgehaltender Hand über Haiders Zustand geäußert wurden.

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