"Kleine Zeitung" Kommentar: "Frustrierend" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 23.11.2002

Graz (OTS) - Bis zur letzten Minute kämpfen die Parteien um die Stimmen der fast sechs Millionen Österreicher. So ungewiss war der Ausgang einer Wahl selten. Gewiss ist nur, dass es am Sonntag eine in diesem Ausmaß noch nie erlebte Umwälzung der politischen Landschaft geben wird.

Ob die zur Entscheidungsschlacht ausgerufene "Elefantenrunde" noch viel bewegt hat, darf bezweifelt werden. Die Spitzenkandidaten waren ängstlich darauf bedacht, keine Fehler zu begehen und verzichteten auf riskante Attacken. Auch Elmar Oberhauser, Schwergewicht und Ringrichter, musste bedauernd feststellen, mit seinen bohrenden Nachfragen auf taube Ohren gestoßen zu sein.

Insofern ist die Vermutung zulässig, dass Wolfgang Schüssel seinen Kanzlerbonus ausspielen konnte, womit er vielleicht als Erster im Ziel anlangt. Was aus einem solchen Ergebnis folgt, ist auch am Ende des Wahlkampfs nicht vorauszusagen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es nach dem schwarz-blauen Ende zur rot-grünen Wende kommt, ist nicht größer geworden.

Dass man nicht weiß, wen man mit seiner Stimme als Koalitionspartner mitwählt, ist frustrierend. Aber das wusste man schon von Anfang an. ****

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