"Neues Volksblatt" Kommentar: "Im Aufwind" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 23. November 2002

LINZ (OTS) - Es kommt auf jede Stimme an. Dieser Stehsatz trifft mehr denn je zu. Er ist auch ein Appell an jene Wähler, die mit dem Gang zur Wahlurne zögern, weil sie verunsichert sind, wer mit wem künftig unser Land regieren wird. Ihnen wäre eine klare Koalitionsansage lieber gewesen. So verständlich dieser Wunsch sein mag, seine Erfüllung passt schlecht zu einer gelebten Demokratie. Gerade dieser Wahlkampf hat gezeigt, dass die von manchen Medien hochstilisierte Lagerbildung in Österreich nicht zutrifft. Am ehesten kann man noch von einer rot-grünen Achse sprechen, alles andere ist bis nach der Wahl offen und das ist in einer Demokratie gut so. Man wird sich also beim Wählen an Parteien halten müssen. Und an Personen. Da sollte sich der Wähler auch die Frage stellen, wer von den vier Spitzenkandidaten nach der Wahl noch das Vertrauen seiner eigenen Partei haben wird. Zwei von ihnen sind dabei extrem gefährdet, nämlich FP-Interims-Chef Herbert Haupt und SP-Chef Alfred Gusenbauer. Wenn sie die Erwartungen nicht erfüllen, werden sie politisch nicht lange überleben. Da ist es klüger, auf einen Politiker im Aufwind zu setzen, der nach der Wahl von seiner Partei unter Garantie nicht in Frage gestellt wird, ganz im Gegenteil. Und dieser Mann heißt Wolfgang Schüssel.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
volksblatt@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001