Antike in Wien - Die Akademie und der Klassizismus um 1800

Ausstellung in der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien - 27. November 2002 bis März 2003

Wien (OTS) - Die diesjährige Ausstellung der Gemäldegalerie ist dem Klassizismus an der Akademie der bildenden Künste gewidmet. Mit diesem Thema betritt die Gemäldegalerie der Akademie in Österreich Neuland: Wurde der Klassizismus doch gerade in den letzten Jahren in zahlreichen internationalen Ausstellungen gewürdigt, so galt dies bisher nicht für Österreich, das auf eine ganz besonders reiche klassizistische Tradition zurückblickt.

Die Austellung läuft von:

27. November 2002 bis März 2003 in der
Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien
Dienstag - Sonntag, Feiertag 10.00-16.00 Uhr
Wien I., Schillerplatz 3
Tel.: 01 58 816-225
http://www.akademiegalerie.at

Zu den Grundgedanken für die Entstehung der Ausstellung, die einige wunderschöne, soeben restaurierte Antikenabgüsse zeigt, gehört auch das Projekt der Wiederbelebung der Glyptothek: Parallel zur Ausstellungseröffnung läuft eine Aktion zur Erhaltung dieses ehemals berühmten und fast vergessenen Gipsmuseums der Akademie, das mit seinen Abgüssen weltberühmter Skulpturen als bislang unbekanntes Juwel in der Wiener Museumslandschaft der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden soll.

Ihren zentralen Stellenwert hat die Ausstellung in der Auseinandersetzung mit jener Kunstauffassung, die den Anspruch auf die "ewiggültige Wahrheiten in der Kunst" erhob und mit ihrer Antikentreue kein geringeres Ziel verfolgte, als eine Verbesserung der Menschheit. Zu dieser Stilhaltung lieferten die Akademien in Rom, Paris und gerade auch in Wien maßgebliche Impulse. Ausgangspunkt des Klassizismus war die erneute Auseinandersetzung mit der Antike.

Die Eingangssequenz der Ausstellung konzentriert sich auf die Bedeutung von Johann Joachim Winckelmann als Wegbereiter des Klassizismus und zeigt Werke von Anton Raphael Mengs, Anton von Maron und Angelika Kauffmann aus deutschen und österreichischen Museen.

Ihren Einfluß auf die österreichische Kunst um 1800 zeigen in weiterer Folge maßgeblicher Hauptwerke prominenter Lehrer und ihrer Schüler an der Wiener Akademie wie Heinrich Friedrich Fügers "Tod der Virginia" (gegen 1785) oder Anton Petters "Tod des Meleager" (1815), die vor allem aus den Beständen der Wiener Sammlungen stammen.

Mit der Gegenüberstellung von Gemälden, Zeichnungen und Gipsabgüssen antiker Skulpturen aus der ehemals berühmten Glyptothek der Akademie wird der Entstehungsprozess einer klassizistischen Komposition, der Schritt von der Zeichnung zum Ölgemälde, sowie die Einflussnahmen und Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern an der Akademie um 1800 - und damit der Grundgedanke der akademischen Lehre - erläutert.

In der Zusammenschau dieser Werke kann gleichzeitig die stilistische Entwicklung an der Akademie nachvollzogen und die inhaltlich-moralische Bedeutung der antiken Quellen ermessen werden.

Die Ausstellung hat sich somit zum Ziel gesetzt, eine Epoche in ihren Bildern zu verlebendigen, in denen - wie selten in der Kunstgeschichte - programmatisch eine Lehre vorgeführt und ein hohes, aber erlernbares Ideal verfolgt wird. Damit erlangten die Akademien mit ihrer Kunstproduktion eine zentrale Bedeutung mit ihrem moralischen und gesellschaftspolitischen Anspruch wie niemals zuvor, was auch für die Wiener Akademie gilt, die sich um 1800 ebenfalls auf dem Höhepunkt der internationalen Entwicklung befand.

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