Wirtschafts-News aus Polen

Wien (OTS) - Die Integration mit der EU belebte die polnische Wirtschaft

Das Wirtschaftswachstum in Polen wird 2003 auf 3,2 Prozent beschleunigen und 2004 3,9 Prozent betragen, so die Prognose der Europäischen Kommission. Ihrer Meinung nach ist das ein gutes Ergebnis, wenn man die schwache Konjunktur in den Ländern der „Fünfzehn“, vor allem in Deutschland, berücksichtigt. Die besseren Wirtschaftsperspektiven in Polen sind vor allem eine Folge der Zunahme des internen Konsums. Seit Mitte 2002 steigt der Einzelhandelsverkauf, wächst die Nachfrage nach Krediten, verbessern sich die Vertrauensindikatoren der Verbraucher, erhöhen sich die Steuereinkünfte und wird die Situation im Bauwesen nicht schlechter. Einen immer größeren Einfluss auf die Konjunktur hat die nahe Perspektive des Beitritts Polens zur Union. Sie festigt das Vertrauen der Investoren. Dank der Annahme der Unionsregelungen werden öffentliche Gelder besser ausgegeben. Die polnischen Exporteure gewinnen einen leichteren Zugang zu den ausländischen Märkten, und in vielen Sektoren begann unter dem Druck aus Brüssel die lange aufgeschobene Umstrukturierung. Bald wird Polen den wachsenden Einfluss der Hilfsfonds der Union zu spüren beginnen. Die positiven Signale werden durch die Geldpolitik gefestigt, die der Entwicklung der Wirtschaft förderlich ist. Nach Auffassung der Kommission halten sich die realen Zinssätze in den Jahren 2003-2004 auf relativ niedrigem Niveau. Das erhöht die Rentabilität der Investitionen der Unternehmen.

Einschätzung der Kreditwürdigkeit Polens

Die Agentur Moody’s erhöhte die Einschätzung der Kreditwürdigkeit Polens von Baa1 auf A2. Das Risiko, in die Schulden Polens und anderer Länder der Region zu investieren, ist geringer, weil sie bald Mitglieder der Europäischen Union sein werden. Die Entscheidung der Agentur Moody’s dürfte dazu beitragen, dass es die polnische Regierung und die Unternehmen leichter haben werden, Mittel auf dem internationalen Kapitalmarkt zu gewinnen. „Das Risiko, dass Polens Insolvenz erklärt werden könnte, ist so niedrig, dass es für die Investoren eigentlich ohne Bedeutung ist“, sagte Jonathan Schiffer, der stellvertretende Geschäftsführer der Agentur Moody’s Investors Service. Das ist neben Standard and Poor’s und Fitch Ratings eine der drei wichtigsten Ratingagenturen in der Welt. Die am 12. November bekannt gegebene Entscheidung der Agentur Moody’s betrifft nur die Verbindlichkeiten der Regierung, ausgedrückt in der ausländischen Währung. Das Rating auf dem Niveau von A2 ist gleich der Einschätzung der Schulden der polnischen Regierung, ausgedrückt in PLN. „Unsere Einschätzung betrifft den Investitionshorizont von 3-5 Jahren. Und dann wird Polen schon sehr nahe daran sein, der Eurozone beizutreten, und das Währungsrisiko wird dann vollständig schwinden“, erklärte Jonathan Schiffer. Das Rating für die Verbindlichkeiten der polnischen Unternehmer kann höher sein als das Rating ihres Herkunftslandes. Die Anhebung auf A2 kann die Verbesserung der Einschätzung der polnischen Firmen und Banken nach sich ziehen, was ihnen ebenfalls ermöglicht, sich billiger im Ausland zu finanzieren.

Die Privatisierungspläne des Schatzministeriums

Von 6-7 Mrd. PLN Einnahmen aus der Privatisierung jährlich und über zehn öffentlichen Angeboten geht das Privatisierungsprogramm für die Jahre 2002-2005 aus, das im Ministerium des Staatsschatzes entstanden ist. Das Programm konkretisiert im einzelnen das Dokument „Die Richtungen der Privatisierung bis 2005”, das im Juni 2002 vom Ministerrat verabschiedet wurde. In dem im Ministerium des Staatsschatzes vorbereiteten Programm, das zu interministeriellen Absprachen versandt wurde, befindet sich eine Liste der größten Privatisierungsvorhaben bis 2005. Neben den bereits in den „Richtungen der Privatisierung” festgeschriebenen Umwandlungen in der Energiewirtschaft, der Rüstungs- und Brennstoffindustrie, dem Gaswesen und dem Banksektor sind auch die geplanten öffentlichen Angebote eine Neuheit. Im Laufe der nächsten drei Jahre will der Staatsschatz Aktien von über 14 Gesellschaften an die Börse bringen. Neben einem weiteren Pool von Wertpapieren der schon öffentlich gemachten polnischen Telecom TP S.A. sollen u.a. die Aktien der Firma Ciech, der Schul- und Pädagogischen Verlage, des Konzerns Ruch, der Versicherung PZU, der Bank für Nahrungsgüterwirtschaft BGZ, der Bank PKO BP, des Energiekonzerns Süd, der Polnischen Fluggesellschaft PLL LOT, der Firma Polmos Bialystok und der Polnischen Öl- und Gasgesellschaft PGNiG an die Börse gelangen. Im Dokument des Ministeriums des Staatsschatzes wurde auch verankert, dass die Aktien noch nicht existierender Unternehmen wie der polnischen Pharmaholding, in die die Firmen Polfa Warschau, Pabianice und Tarchomin eingehen sollen, die in einigen Gruppen konsolidierten Energieverteiler, die Energiegruppe, die aus den Gruben und dem Kraftwerk in Belchatow besteht, oder die Telekommunikationsgruppe, die durch die Konsolidierung kleiner, von der TP S.A. unabhängiger Festnetzbetreiber gegründet werden soll, in den Börsenverkehr aufgenommen werden.

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